Zwei deutsche Projekte nominiert

Das sind die Sieger aus dem Jahr 2016. Die 44 Nominierten wollen dieses Jahr gerne an ihre Stelle treten.
Bild: S. d'Halloy/Image & Co

Zwei deutsche Projekte können dieses Jahr auf einen Mipim Award hoffen. Die Award-Jury, die Ende Januar tagte, nominierte den Berliner Wohnkomplex li01 und die neue Siemens-Zentrale in München.

Der Siemens-Bau tritt in der Kategorie Innovative Green Buildings an und muss sich gegen Mitbewerber aus London, Rio de Janeiro und Stockholm durchsetzen. Das li01, ein Ensemble aus sechs Wohnhäusern, möchte in der Kategorie Wohnimmobilien den Preis mit nach Hause nehmen. Ihm diesen streitig machen wollen Projekte aus Prag, São Paulo und dem französischen Asnièressur-Seine.

210 Projekte aus 46 Ländern galt es dieses Jahr für die Jury zu bewerten, um die jeweils vier Kandidaten für jede der elf Kategorien zu nominieren. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr nahmen damit 20 Unternehmen weniger die Mühen einer Bewerbung um den Preis auf sich. Zum zweiten Mal ausgeschrieben ist die Kategorie Gesundheitsimmobilien. Besonders viele Einreichungen gab es bei den Zukünftigen Projekten mit einer Gesamtfläche von bis zu 150.000 m2 mit 39 Bewerbern. Ebenfalls beliebt: die Kategorien Büro- und Geschäftsimmobilien (33) und Zukünftige Megaprojekte (30). Am wenigsten Konkurrenz herrschte bei den Hotels- und Ferienanlagen sowie den Industrie- und Logistikimmobilien mit jeweils fünf Bewerbern.

Darüber, wer sich mit den Auszeichnungen schmücken darf, entscheiden die Mipim-Gäste und die Jury wie in jedem Jahr gemeinsam. Die Messebesucher dürfen vor Ort während der Ausstellungstage für ihre Favoriten abstimmen. Zu je 50% gehen deren Stimmen und die der Juroren in die Bewertung ein.

Die Entscheidungen darüber, wer auf der Liste der Kandidaten steht, fällte die Jury erstmals unter John Forrester, CEO Emea bei Cushman & Wakefield, als Vorsitzendem. Er übernahm diesen Posten von Barbara Knoflach, BNP Paribas Real Estate, die aber weiterhin dem mit insgesamt elf Fachleuten aus neun Ländern besetzten Gremium angehört. Forrester sprach nach der Zusammenkunft von einer Mammutaufgabe, die die Jurymitglieder zu bewältigen hatten. Jenseits der ausgeschriebenen Sparten vergibt die Jury in diesem Jahr wieder den Special Jury Award. Dieser geht an das Projekt, das die Experten aus den verschiedenen Fachrichtungen der Immobilienbranche von allen Bewerbungen am meisten beeindruckt hat. 2016 war dieser Preis entfallen, weil es kein "besonders herausragendes Projekt" gegeben habe, wie Knoflach damals sagte. Keine Neuauflage erfährt 2017 der Public Choice Award, dessen Gewinner über ein Online-Voting bestimmt wurde und an dem auch Nicht-Mipim-Besucher teilnehmen konnten.

2016 hatte Deutschland vier Eisen im Feuer, letztlich holte sich das Düsseldorfer Papillon den Mipim Award in der Kategorie Revitalisierte Gebäude. So glorreich ging es für den in Luxuswohnungen umgebauten Hochbunker dann jedoch nicht weiter: Im August schlitterte der Entwickler in die Insolvenz. Ein Schicksal, das den diesjährigen Gewinnern hoffentlich erspart bleibt!

Die Awards werden traditionell am Abend des Mipim-Donnerstags im Palais des Festivals vergeben, dieses Jahr also am 16. März. Die Preisverleihung beginnt um 18.30 Uhr. Noch bis zum Mittag dieses Tages können die Besucher ihre Stimmen an einer Bildergalerie, die die Kandidaten vorstellt, abgeben. Die Immobilien Zeitung ist Sponsorin der Preise, die 2017 zum 27. Mal in Cannes an herausragende Immobilienprojekte verliehen werden.

Die beiden deutschen Finalisten

li01 - Kategorie Wohnimmobilien

#B2V4L#

li01 ist ein Wohnensemble in Berlin-Friedrichshain, das aus sechs frei stehenden Gebäuden besteht. Den Namen hat es von seiner Anschrift Liebigstraße 1. Die Stadthäuser bieten nach Angaben von Smarthoming, der Berliner Entwicklerin des Projekts, 143 Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von knapp 9.500 m2. Ein Abstand von 15 m zwischen den Mehrgeschossern soll für Licht und Luft sorgen. Die Planung für den 2015 fertiggestellten Komplex lieferte Büro zanderrotharchitekten, Berlin. ba

Die Siemens-Unternehmenszentrale - Kategorie Innovative Green Buildings

#B3V4L#

Die Siemens-Zentrale in München wurde im Juni 2016 eröffnet, die Büros erstrecken sich über sechs Obergeschosse. Auf dem rund 11.000 m2 großen Grundstück sind inklusive der bestehenden Gebäude gut 45.000 m2 oberirdische Geschossfläche entstanden. Ein Drittel des gesamten Strombedarfs liefern mehr als 800 Fotovoltaikpaneele auf rund 1.300 m2 Dachfläche. Rund 30.000 Datenpunkte analysieren fortlaufend das Gebäude und erfassen Informationen zur Temperatur, Luftqualität, Beleuchtung und Gebäudesicherheit. ba/ah

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