Deutschland bei Hoteltransaktionen vorn

Dank des Brexit-Effekts setzte sich der deutsche Hotelmarkt 2016 an die Spitze der europäischen Transaktionsstatistik. Nach Einschätzung der Beratungsfirma PwC dürfte die Anlageklasse auch im laufenden Jahr gefragt bleiben.

Die Investitionen im europäischen Hotelmarkt sanken nach PwC-Berechnungen um 9,7% auf 18,6 Mrd. Euro. Das lag besonders an Großbritannien, wo die Transaktionstätigkeit infolge des Brexit-Votums um rund 60% im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Hatte der britische Hotelmarkt 2015 noch 57% aller europäischen Transaktionen auf sich vereinigt, kam er 2016 nur noch auf 25% und damit auf den zweiten Rang hinter Deutschland. Hier wurden vergangenes Jahr 27% des europaweiten Volumens umgesetzt.

Am teuersten waren Europas Hotelzimmer 2016 in Genf mit durchschnittlich 299 Euro pro Nacht, gefolgt von Zürich (248 Euro) und Paris (230 Euro). Frankfurt ist mit 127 Euro pro Nacht die kostspieligste deutsche Stadt, europaweit kommt sie auf Rang zehn. Die Stadt dürfte beide Platzierungen auch im laufenden Jahr behalten, was zum einen der regen Messeaktivität geschuldet ist. Zum anderen fliegt die irische Billigfluglinie Ryanair ab März auch den Frankfurter Flughafen an und macht der Lufthansa am Stammsitz zunehmend Konkurrenz. Das dürfte mehr Touristen an den Main locken.

PwC rechnet damit, dass 2017 der Erlös pro verfügbares Hotelzimmer in Frankfurt um 4,5% steigt. Europäische Spitzenreiter beim Erlöswachstum sind nach Ansicht der Berater jedoch Porto, Dublin und Budapest. Berlin bleibt für den Hotelgast die zweitteuerste Stadt in Deutschland, kommt im europäischen Vergleich aber nur auf Rang 14. Dafür lag die deutsche Hauptstadt 2016 bei der Auslastung ihrer Hotelzimmer mit 77,1% europaweit auf Platz vier. Die Belegungsraten nehmen zwar auch an der Spree weiter zu, noch schneller dürften sie nach PwC-Einschätzung aber in Städten wie Prag und Barcelona ansteigen.

Laut einer Umfrage der unter anderem auf Hoteltransaktionen spezialisierten Anwaltskanzlei Berwin Leighton Paisner ist die Mehrzahl der befragten europäischen Hotelexperten der Meinung, dass die Investments in die Anlageklasse Hotels in den vergangenen fünf Jahren besser abgeschnitten haben als in andere Typen von gewerblichen Immobilien.

Fürs laufende Jahr sehen 63% der Befragten ein "gewisses Potenzial" für Erlössteigerungen, von einem starken Potenzial spricht jedoch niemand. Rund 70% der Hotelexperten glauben, dass Westeuropa auch 2017 im Fokus der internationalen Investmenttätigkeit stehen dürfte. Wesentlicher Treiber für europäische Hoteltransaktionen könnten dabei nach Ansicht von mehr als drei Vierteln der Befragten die Anleger aus China sein.

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