Das Olga-Areal soll ein vorbildliches Quartier werden

Ansicht des SWSG-Gebäudes Ecke Hasenbergstraße/Breitscheidstraße auf dem neuen Olga-Areal.
Quelle: SWSG

Stuttgart. Im Westen wurde der Grundstein für eine der größten städtischen Entwicklungsflächen gelegt. Für über 100 Mio. Euro entsteht ein Stadtquartier, das auch als Referenzprojekt für partizipative Planungsprozesse bezeichnet wird.

Was lange währt, wird endlich gut. Das hoffen zumindest die Bauherren und Baugemeinschaften für das Gelände des früheren Kinderhospitals Olgäle, auf dem 244 Wohneinheiten vorgesehen sind. "Mitten im Stuttgarter Westen entsteht ein Stadtquartier, wie es nicht besser sein könnte. Es ist sozial, familiengerecht und entspricht den Vorstellungen vieler Städter von zeitgemäßem, urbanen Wohnen", sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn bei der symbolischen Grundsteinlegung. Das Olga-Areal sei beispielgebend dafür, wie die Stadtverantwortlichen sich Wohnen in der Stuttgarter Innenstadt vorstellen. Kuhn hob zudem die "engagierte Bürgerbeteiligung" hervor, durch die sich aber letztlich das Projekt in die Länge zog.

Durch die Verlagerung des Olgahospitals im Jahr 2014 wurde mit rund 16.400 m2 eine der größten städtischen Entwicklungsflächen frei. Für die Neugestaltung sollten sowohl familien- und altersgerechte wie auch sozial integrative Bedürfnisse berücksichtigt werden. Am Ergebnis sind die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG), das Siedlungswerk, Mörk Immobilien und sieben private Baugemeinschaften beteiligt. Auf vier Baufeldern entstehen 224 Wohnungen, 116 davon im geförderten Wohnungsbau. Diese verteilen sich auf 54 Sozialmietwohnungen, 27 Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher und 35 Wohnungen aus dem Programm für preiswertes Wohneigentum.

Die SWSG errichtet auf dem Baufeld 1 ein fünfgeschossiges Wohngebäude mit 28 Ein- bis Fünfzimmer-Mietwohnungen, die sich über das zweite bis vierte Obergeschoss verteilen. Alle sind als Sozialwohnungen gefördert, doch die Hälfte wird mittelbar belegt, also frei vermietet. Als Ausgleich werden nicht geförderte Bestandswohnungen der SWSG an anderer Stelle für Sozialmieter reserviert. In das Gebäude an der Ecke Hasenbergstraße/Breitscheidstraße ziehen in die ersten beiden Stockwerke eine sechsgruppige Kindertagesstätte mit Außenspielfläche sowie ein Nachbarschaftszentrum ein. Beide Einrichtungen sind über das zweigeschossige Entree zur Hasenbergstraße erreichbar. Das Haus unter dem begrünten Dach erhält den KfW-55-Standard, eine Photovoltaikanlage und eine Tiefgarage mit 43 Stellplätzen.

Das Baufeld 2 ist sechs Baugemeinschaften vorbehalten, die 60 Wohnungen erstellen, 14 davon im geförderten Wohnungsbau. Das Siedlungswerk wird auf dem Baufeld 3 Süd 57 Wohnungen errichten, 85% davon im geförderten Wohnungsbau. Dazu kommen sechs Gewerbeeinheiten. Im Baufeld 3 Nord erstellt die Baugemeinschaft "Im Westen was Neues" 30 Wohnungen, darunter 14 geförderte, sowie vier Gewerbeeinheiten mit Café. Auf dem Baufeld 4 mit einer Grundstücksgröße von rund 2.500 m2 hat Mörk Immobilien bereits mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses mit 49 Wohnungen auf insgesamt 3.961 m2, davon zehn nach dem Modell preiswertes Wohneigentum, und einer Tiefgarage mit 124 Stellplätzen begonnen. Neben zwei kleineren Gewerbeflächen im Erdgeschoss wird Mörk auch einen Supermarkt für Edeka Südwest mit einer Verkaufsfläche von rund 1.200 m2 erstellen.

Auf diesem Gelände hat die Stadt erstmals das vor wenigen Jahren entwickelte Konzeptverfahren angewandt, um eine soziale und bauliche Vielfalt zu erreichen.

Wie bei Modellprojekten vorhersehbar, verlangsamte der partizipative Planungsprozess letztlich die Abläufe. Vor zehn Jahren gründete sich die "Projektgruppe Olgäle 2012" als Bürgerinitiative, in deren Namen schon der erhoffte Fertigstellungstermin steckt. Doch erst 2011 kürte das Preisgericht den Entwurf von Schüler Architekten in Kooperation mit faktorgrün Landschaftsarchitekten (beide Stuttgart) zum Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs. 2015 erfolgte sukzessive die Auswahl der Investoren und Baugemeinschaften für die Baufelder und danach der Abriss der Altgebäude.

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