So nutzen Sie Googles Local Pack für Ihr Geschäft

Immer mehr Suchanfragen haben einen lokalen Bezug.
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Der Suchmaschinenriese Google hat erkannt, dass Menschen insbesondere an den Dienstleistungen interessiert sind, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu haben sind. Da Immobilien nun mal einen festen Ort haben, sollten Immobiliendienstleister die Grundzüge von Googles lokaler Suchfunktion für sich nutzen.

Wer seine Webseite bei den Google-Suchergebnissen gut platziert sehen möchte, ist oft auf die technische Optimierung durch Webdesigner und Administratoren angewiesen. Es gibt jedoch auch Weichen, die Immobiliendienstleister ohne fortgeschrittene Kenntnisse selbst stellen können, um beim De-facto-Monopolisten auf dem Suchmaschinenmarkt gut auszusehen.

Ein wichtiger Zugang zu attraktiven Platzierungen ist das sogenannte Local Pack. Darunter versteht man einen Kasten, den Google seit dem dritten Quartal 2015 unter den bezahlten Anzeigen und über den allgemeinen Suchergebnissen darstellt. Das Local Pack ist den geografisch nahen Unternehmen vorbehalten. Dort sind die Firmen mit Namen, Adresse, Kundenbewertungen, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Link zur Webseite und Anfahrtsbeschreibung per Google Maps aufgelistet. Von welchem geografischen Punkt die Suchmaschine ausgeht, hängt entweder von einem eingegebenen Ortsnamen ab, wie in "Immobilie Hamburg-Harburg", oder von dem Standort, den ein Smartphone oder Tablet per GPS ermittelt hat. "34% aller Suchanfragen haben einen lokalen Bezug. Bei den Suchen per Smartphone, die insgesamt immer mehr zunehmen, verwenden wegen der aktivierten Ortungsfunktion sogar 88% der Nutzer die lokale Suche", sagt Ceyhan Budak, der sich als Geschäftsführer von Immovativ (ehemals Wunschgrundstück) intensiv mit der regionalen Immobilienvermarktung befasst. Während des Hessischen Immobilientags des IVD stellte er die Möglichkeiten und Fallstricke der lokalen Suchmaschinenoptimierung vor.

"Die lokalen Ergebnisse haben den Vorteil, dass sie wirklich lokalen Unternehmen vorbehalten sind. Man kommt also nicht in Konflikt mit überregionalen Mitbewerbern, die mit großen Werbebudgets Anzeigen für Immobiliensuchen gerade in den Großstädten kaufen", sagt er. Allerdings macht Google auch bei räumlich nahen Unternehmen Unterschiede. Es kommt vor allem darauf an, dass möglichst vollständige Daten vorliegen. "Dafür ist der My-Business-Eintrag wichtig, und der ist zum Glück kostenlos", sagt Budak. My Business war ursprünglich Bestandteil des erfolglosen Netzwerks Google+, ist inzwischen aber eine eigenständige Funktion. Firmen können dort alle wichtigen Informationen hinterlassen. "Entscheidend ist die Datenkonsistenz: Alle Angaben müssen überall im Netz exakt gleich auftauchen", unterstreicht Budak. Das umfasst den My-Business-Eintrag ebenso wie die eigene Webseite, Einträge bei Unternehmerverbänden, kommunalen Webseiten oder Online-Branchenbücher.

Google nimmt es dabei sehr genau: Erscheint der Firmenname mit oder ohne Zusatz der rechtlichen Form des Unternehmens (GmbH, OHG etc.)? Wird ein eventueller zweiter Vorname des Inhabers als Initiale abgekürzt oder ausgeschrieben? Entspricht die Adresse exakt der Schreibweise im öffentlichen Straßenverzeichnis? Wird die Telefonnummer entsprechend der DIN 5008, also ohne Klammern um die Vorwahl, geschrieben? Einzelne Abweichungen sind zwar noch keine Katastrophe, aber sie können darüber entscheiden, ob ein Maklerbüro auf den begehrten drei vorderen Plätzen im Local Pack auftaucht oder erst dahinter.

Der My-Business-Eintrag bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ein Foto einzufügen. Budak empfiehlt ein Bild des Teams, um einen persönlichen Bezug herzustellen. Die Verifizierung und Bestätigung des My-Business-Eintrags läuft übrigens ganz altmodisch ab: per Anruf oder Postkarte von Google.

Neben der fehlerfreien Technik und der Darstellung des lokalen Bezugs auf der Webseite selbst (siehe "Das Rennen um die vorderen Google-Plätze") ist eine gute Reputation im Internet insgesamt hilfreich. "Das müssen noch nicht einmal unbedingt Links sein", sagt Budak. Die Erfassungsprogramme von Google, die sogenannten Web Crawlers oder Spiders, registrieren bereits, wenn der Name eines Unternehmens genannt wird. Eine große Zahl von Nennungen erhöht den Wert des Unternehmenseintrags für Google. Schummelversuche, beispielsweise sogenannte Link-Farms, erkennt Google aber sehr genau und bestraft sie mit einer schlechten Platzierung in den Suchergebnissen.

Ein gefahrloser Weg, möglichst viele Erwähnungen zu erreichen, ist hingegen der Eintrag bei Auskunfteien und Branchenverzeichnissen, von denen es eine große Anzahl im Netz gibt, aber auch in Datenbanken von Autonavigationssystemen. Das kann zeitraubend sein, insbesondere wenn Veränderungen beispielsweise der Firmenadresse nachgetragen werden müssen. Eine Alternative sind Dienstleister, die sich auf das Eintragen und Pflegen lokaler Daten spezialisiert haben und dies für eine feste Gebühr pro Monat anbieten. Beispiele sind uberall oder 1&1 list local. Auch dabei kommt es auf Datenkonsistenz an: Die Einträge müssen exakt den überall verwendeten Schreibweisen entsprechen.

Konsequenterweise erreichen Unternehmen mit Erwähnungen oder Links auf ebenfalls lokal verankerten Webseiten bei Google eine bessere Bewertung als mit solchen von globalen Quellen, beispielsweise in Branchenverzeichnissen. Es lohnt sich also, die Beziehungen zu lokalen Geschäfts- und Sponsoringpartnern und sonstigen Kontakten zu pflegen und diese auf den jeweiligen Webseiten mit gegenseitiger Erwähnung oder Verlinkung zu dokumentieren.

Ähnlich ist es mit Social-Media-Aktivitäten: Eine Facebook-Seite mit vielen Followern verbessert die Google-Bewertung durchaus, richtig wirkungsvoll wird sie, wenn viele dieser Nutzer Beiträge liken, kommentieren und teilen.

Und schließlich gibt es noch die orangenen Bewertungssternchen in der Local-Pack-Darstellung. Dabei handelt es sich um Kundenbewertungen im My-Business-Eintrag. Budak warnt jedoch: "Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, Bewertungen von Freunden und Bekannten zu erbitten. Google bekommt auch diese Schummelei heraus." Besser sei es, im Schriftverkehr mit Kunden sowie auf Visitenkarten auf die Bewertungsmöglichkeit hinzuweisen. Denkbar ist auch, ein kleines Hinweisschild auf My Business neben der Ausgangstür des Ladenlokals zu installieren - etwa so, wie es viele Hotels mit den in dieser Branche verbreiteten Bewertungsportalen machen. Idealerweise sind solche Hinweise gleich mit einem QR-Code versehen, der zum My-Business-Profil führt. Wenn Immobiliendienstleister mit Kunden ins Gespräch über die Online-Bewertung kommen, dann gilt es, auf aussagestarke Kommentare neben der reinen Vergabe von Sternchen hinzuwirken. Am besten ist es, wenn die erfolgte Dienstleistung benannt ist. Statt "Toller Typ" sollte dort also beispielsweise stehen: "Bauträger XY hat unser neues Eigenheim fristgerecht und handwerklich einwandfrei hingestellt." Oder: "Mit der Hilfe von Makler ABC haben wir die perfekten Geschäftsräume für unser wachsendes Start-up gefunden."

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