Kaum Center im Verkauf

Der Verkauf von Einkaufszentren florierte im ersten Halbjahr, doch im Moment ist die Pipeline leer. Ankaufsprüfungen dauern doppelt so lange wie noch vor zwölf Monaten.

In Deutschland wurden nach Angaben des Maklerunternehmens JLL in den ersten sechs Monaten des Jahres 24 Einkaufszentren für zusammen 1,2 Mrd. Euro verkauft. Das sind rund 25% des Geldumsatzes mit Handelsimmobilien (4,8 Mrd. Euro) und deutlich mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (13 Center/833 Mio. Euro). Drei Transaktionen überschritten die Schwelle von 100 Mio. Euro (Nova Eventis, Dumont Carré, Forum City Mülheim). Trotz des regen Centerhandels geht JLL nicht davon aus, dass das Transaktionsvolumen für Einkaufszentren 2017 über dem von 2016 (3,6 Mrd. Euro) liegen wird.

Als einen Grund führt JLL an, dass zuletzt kaum noch große Center neu auf den Markt gekommen sind. Nach Recherchen von JLL wurde im ersten Halbjahr 2017 nur für vier Center mit einer Losgröße von über 50 Mio. Euro ein Verkaufsprozess gestartet. In den ersten sechs Monaten 2016 seien noch 15 Center verkaufsfertig gemacht worden. "Die Pipeline ist nahezu leer", erklärt dazu Sabine Keulertz, Team Leader Shoppingcenter Investment bei JLL.

Da über jeden Zweifel erhabene Einkaufszentren derzeit kaum zum Verkauf stehen, weichen Investoren auf riskantere Objekte aus. Laut JLL lag der Anteil der sogenannten Core-Investitionen bei deutschen Shoppingcentern 2016 bei 70%, im ersten Halbjahr ging dieser Anteil auf 13% zurück. Entsprechend höher wird das Bedürfnis der Immobilieninvestoren, sich bei Center-Transaktionen abzusichern. Dies führt zu längeren Verhandlungen. "Die reine Ankaufsprüfung für Shoppingcenter hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nahezu verdoppelt. Was früher sechs bis acht Wochen brauchte, kann heute bis zu vier Monate in Anspruch nehmen", sagt Keulertz.

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