Aufstocken und verdichten

Kiel. Die Landeshauptstadt sieht Chancen für 5.000 Wohnungen durch Dachaufstockung und Innenverdichtung. Haus & Grund wünscht sich zur Motivation eine passende Förderung.

Mit einem Wohnungsbauflächenatlas 2.0 will die Stadt Kiel ein Potenzial von 5.000 Wohnungen durch Binnenverdichtung erschließen. Die neue Stadtbaurätin Doris Grondke sieht insbesondere Aufstockungspotenzial in den Baugebieten der 1950er und 1960er Jahre. Zudem geht es um die Bebauung großflächiger Innenhöfe und von Brachen sowie die Schließung von Baulücken.

Nach den im Juli vorgestellten Prognosen des Instituts empirica für Schleswig-Holstein werden in Kiel bis 2030 rund 23.000 neue Wohneinheiten gebraucht - 1.750 jährlich. Ein solches Volumen sieht Grondke skeptisch. 2016 entstanden 540 Wohnungen bei Neubau- und Umbauprojekten.

Haus & Grund Kiel begrüßt insbesondere die Initiative zur Aufstockung. Geschäftsführer Sönke Bergemann rät, die Eigentümer durch eine neubaugleiche Förderung von Aus- und Umbauten zu überzeugen, also durch Steueranreize oder eine Direktförderung durch Bund und Land. Auch die baurechtliche Erleichterung bei der Umwandlung von leer stehenden Büro- und Gewerberäumen sei eine Option.

Haus & Grund empfiehlt zudem, die "erheblichen Potenziale für Neubauten" in den Nachbargemeinden zu erschließen und dazu "hier und da vorhandene Animositäten beizulegen". Ein Wettbewerb zwischen Stadt und Umland wäre schädlich. Bei solchen Zielen dürfe auch der Ausbau der Infrastruktur - Schulen, Kindergärten, Verkehrswege, ÖPNV - nicht vergessen werden. Die Stadt plant, die Nachverdichtungspotenziale in den Stadtteilen zusammen mit Eigentümern, Anwohnern und Betrieben auszuloten.

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