Düsseldorfs Besucher sind weiblich, etwa 43 und bleiben gern länger

Davon wünschen sich die Düsseldorf-Besucher mehr: Grün, Sitzgelegenheiten, Gastronomie.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Thorsten Karl

Düsseldorf. Die Landeshauptstadt ist eines der attraktivsten Einkaufsziele in Deutschland. Daran gibt es keinen Zweifel. Welche Stärken Düsseldorf genau hat, stellte das Institut für Handelsforschung (IFH) nach einer Passantenbefragung nun zusammen mit der Stadt vor. Doch die Shoppinghochburg hat auch Schwächen - vor allem bei der Gastronomie.

Was bei Onlineshops zum täglichen Brot gehört, nämlich die Ermittlung der Kundendaten, ist für den stationären Handel deutlich komplizierter. Denn während Amazon und Co. sehr einfach in Erfahrung bringen, ob der Kunde männlich oder weiblich ist und wie lange er sich die Produkte anschaut, und dann sogar weiß, ob er in einer eher besseren oder schlechteren Wohngegend lebt, muss der stationäre Handel derlei Daten über den mühseligen Weg der Passantenbefragung erfassen.

Genau das hat das IFH auch in Düsseldorf getan, und die Ergebnisse der Befragung wurden Ende Juli präsentiert. Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer die Düsseldorfer City besucht, bleibt dort länger und besucht mehr Geschäfte, als das in anderen deutschen Großstädten über 500.000 Einwohner der Fall ist.

Zudem kommen die Kunden häufiger wieder zum Shoppen, und sie loben das breite und attraktive Angebot an Geschäften. Dabei mögen sie besonders die Vielfalt in den Segmenten Mode, Schuhe und Lederwaren. Ebenfalls besonders positiv bewerten sie die vielen Grünflächen, die gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV und die langen Ladenöffnungszeiten.

Doch nicht mit allem sind die Düsseldorf-Besucher zufrieden. So hat die Altbiermetropole ausgerechnet beim Thema Gastronomie offenbar noch Nachholbedarf. Zumindest schnitten bei der Bewertung der Restaurants und Cafés andere Großstädte in der Untersuchung deutlich besser ab. Zudem wünschen sich die Befragten ein breiteres Freizeitangebot in der Düsseldorfer Innenstadt - viel mehr als shoppen und auf einer Parkbank sitzen scheint den Befragten dort nicht möglich zu sein.

Weniger überraschend ist das schlechte Abschneiden Düsseldorfs bei der Erreichbarkeit mit dem Pkw. Zwar reist etwa die Hälfte der auswärtigen Besucher mit dem ÖPNV in die City, der Rest beklagt sich jedoch über das Verkehrschaos. Mehr als 80% der mit dem Pkw Anreisenden finden die Parkplatzssituation in Düsseldorf eher schlecht. Dies, so heißt es bei der Stadt, wolle man im Auge behalten und darauf reagieren. So haben die Stadt und die Interessengemeinschaften der Düsseldorfer Einzelhändler aus der Befragung gleich mehrere Handlungsfelder identifiziert, auf denen sich künftig etwas tun soll.

Bereits kurzfristig kann die Aufenthaltsqualität durch neue Sitzgelegenheiten, eine geänderte Platzgestaltung und mehr Sauberkeit gesteigert werden. Allerdings sind dem Tatendrang aktuell Schranken gesetzt, denn gleich drei wichtige Quartiere in der City befinden sich im Umbau: Aktuell werden die Straßen der Düsseldorfer Altstadt (Bolkerstern und Hunsrückenstraße) noch umgestaltet. Am Ende der Königsallee befindet sich noch immer die Baustelle des Kö-Bogens. Hier wurde die Attraktivität durch den Anschluss der neuen Hofgartenterrassen an den Hofgarten bereits erhöht, doch die riesige Baugrube des Kö-Bogens II in direkter Nachbarschaft sorgt weiterhin für Lärm, Gestank und wenig attraktive Aussichten. Allerdings werden die Düsseldorfer nicht müde zu betonen, dass bis zum Abschluss der Bauarbeiten am Kö-Bogen auf rund 100.000 m² Alleen, Plätze und Parks neu entstehen.

Wird das Ergebnis der Befragung zusammengefasst, dann ist der Besucher der Düsseldorfer Innenstadt eher weiblich, etwa 43 Jahre alt, kommt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Regel einmal wöchentlich und geht dann in drei bis fünf Geschäfte. Dabei verbringt er mehr als zwei Stunden in der City und kauft Mode (Bekleidung, Schuhe, Lederwaren) ein. Wer von weiter außerhalb nach Düsseldorf anreist, verbringt erwartungsgemäß mehr Zeit in der Innenstadt und mehr als jeder Zweite (58,1%) kommt mindestens einmal im Monat.

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