Facebooks Immobilien-Marktplatz

Das soziale Netzwerk bietet neuerdings eine eigene Handelsplattform. Noch steht deren Immobilien-Kategorie aber ganz am Anfang.

Das soziale Netzwerk Facebook hat seine Kleinanzeigen-Plattform Marketplace nun auch in Kontinentaleuropa gestartet. Seit Ende August 2017 ist sie als zusätzlicher Navigationspunkt auf jeder Facebook-Startseite in Deutschland und in 16 anderen Ländern des Kontinents hinzugekommen. Das Prinzip ist ähnlich wie bei Ebay: Nutzer können Artikel einstellen und zum Verkauf anbieten sowie im Angebot suchen, Anzeigen abspeichern und kaufen. Marketplace ermöglicht ausschließlich Festpreisangebote und keine Auktionen. Auch Null-Euro-Angebote sind möglich. Gebühren fallen nicht an. Zumindest vorerst bekommen Nutzer nur Angebote aus ihrem jeweiligen Land zu sehen und können ihren Suchradius maximal auf 100 Kilometer rund um einen allerdings frei wählbaren Standort ausdehnen.

Für Immobilien bietet Marketplace bislang nur die Kategorie Wohnen an, die in Miet- und Kaufmarkt unterteilt ist. Noch ist das Angebot überschaubar. Bei einer Stichprobe der Immobilien Zeitung mit einem 100-Kilometer-Radius um Wiesbaden gab es in beiden Unterkategorien jeweils nur wenige Dutzend Angebote, unter denen sich zudem mehrere Irrläufer fanden: Neben Immobilienangeboten und Suchanzeigen insbesondere von Mietern werden auch Autos, Funkgeräte und Damenschuhe angeboten.

In den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland ist Marketplace seit Oktober 2016 verfügbar. Facebook verfolgt damit mehrere Ziele. Neben dem Einstieg in den Onlinehandel sollen offenbar die selbst organisierten Kauf- und Tauschgruppen in eine kontrollierte Form überführt werden. Das Netzwerk geht gegen diese Gruppen in der Regel nicht vor, bietet ihren Mitgliedern aber an, parallel ein Marketplace-Angebot zu schalten. Außerdem soll Marketplace die Facebook-App weiter stärken. Aus ihr heraus können direkt Angebote erstellt werden. Auf dem Heimatmarkt USA ist offenbar die Stärkung des eigenen Bezahlsystems unter dem Dach des Messengerdienstes ein strategisches Ziel. In Europa ist diese Funktion nicht verfügbar. Käufer und Verkäufer auf dem Marketplace müssen sich über die Zahlungsweise selbst verständigen. Werbeschaltungen auf dem Marketplace beschränken sich derzeit auf Versuchsläufe in den USA.

Zum Umfang des Geschäfts auf der neuen Plattform macht Facebook keine Angaben. Medienberichten zufolge wurden im Mai 2017 weltweit rund 18 Mio. Handelsanzeigen erstellt. In Deutschland nutzen rund 23 Mio. Menschen Facebook täglich.

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