"Bauen und Wohnen muss Chefsache werden"

Messe-Auftakt mit Gunther Adler am Stand der Verbände. Und alle fragen sich: Wer wird der künftige Bauminister?

Das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen soll unter einer Jamaika-Regierung nicht nur fortgesetzt, sondern direkt bei der Kanzlerin angesiedelt werden. Das fordern die Immobilienverbände.

Staatssekretär Gunther Adler, mittlerweile "der Gunther" in der Branche, ist statt der scheidenden Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) erschienen. Er verlangt bei der Messe-Eröffnung zwar: "Es muss weitergehen mit dem Bündnis, am besten mit einem Gipfel im Kanzleramt." Doch für die Politik der Zukunft, die wohl von Union, FDP und Grünen in einer Jamaika-Koalition bestimmt wird, kann er nicht mehr sprechen. Die Verbandsvertreter versuchen, Pflöcke für Jamaika einzuschlagen. "Die Bundeskanzlerin hat eine Verschärfung der Mietpreisbremse abgelehnt. Wir nehmen sie beim Wort", sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD. Auch die FDP habe sich klar gegen die Mietpreisbremse ausgesprochen, "in den Augen der Wähler war diese bedeutungslos und ist damit abgewählt", sagt Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Andreas Ibel, Präsident des Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), empfiehlt, sich am Norden zu orientieren. Im Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein nähmen CDU, FDP und die Grünen Abstand von der Mietpreisbremse. Die neue Regierung sollte das Bündnis "direkt beim Kanzleramt" ansiedeln, fordern die Verbände, und dort über Anreize für Investitionen und Klimaschutz reden.

Die Erhöhung der linearen AfA von 2% auf 3% sowie die Einführung einer Sonderabschreibung für die energetische Gebäudesanierung wären solche Anreize. Die Frage, die alle beschäftigt: Welche Fraktion könnte den Minister stellen? Bekommt CSU-Mann Joachim Herrmann das Innenressort und Wohnen dazu? Passt Wohnen zu den Superministerien, die sich angeblich die Grünen (Umwelt, Entwicklung, Verbraucherschutz) und die FDP (Bildung, Digitales) wünschen? "Bauen und Wohnen muss endlich Chefsache werden. Für die großen Herausforderungen wie Wohnungsmangel, Energiewende, Integration und Digitalisierung brauchen wir ein eigenes starkes Ministerium", sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Auch wenn jetzt schon klar sei: In dieser Legislaturperiode werden die fehlenden eine Million Wohnungen nicht gebaut.

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