Filetstück Polizeipräsidium steht zum Verkauf

Neben der historischen Bausubstanz bietet das rund 1,5 ha große Gelände des Alten Polizeipräsidiums Potenzial für Neubauten.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Frankfurt. Die wohl interessanteste Entwicklungsfläche in der Stadt kommt auf den Markt: BNPPRE hat vom Land Hessen den Auftrag zum Verkauf des Alten Polizeipräsidiums erhalten. Das Objekt könnte für mehr als 100 Mio. Euro einen neuen Eigentümer finden.

Seit Jahren streiten das Land Hessen und die Stadt Frankfurt über das Alte Polizeipräsidium an der Friedrich-Ebert-Anlage. Während die Stadt das seit 2002 leer stehende Gebäude in zentraler Lage zwischen Messe und Hauptbahnhof endlich entwickelt sehen will, kam das Land als Eigentümer mit dem geplanten Verkauf nicht voran. Das wird sich nun ändern: Das Land Hessen hat BNPPRE mit der Vermarktung des 15.000 m2 großen Grundstücks und des teilweise denkmalgeschützten Gebäudebestands beauftragt. "Die Chancen, dass sich auf diesem Filetstück in absehbarer Zukunft etwas tut, stehen daher gut", sagt Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU).

BNPPRE ist aus einer europaweiten Ausschreibung der Transaktionsberatung als Sieger hervorgegangen und hat den weiteren Vermarktungsprozess inzwischen mit Land und Stadt koordiniert. Investoren erhalten derzeit umfangreiche Informationen über die Immobilie und können in den kommenden Monaten ihre Angebote abgeben.

Auf dem Grundstück kann ein gemischt genutztes Quartier mit Wohn-, Büro- und Hotelnutzungen entstehen. Das Baurecht macht ein Hochhaus mit bis zu 145 m Höhe und insgesamt rund 100.000 m2 BGF möglich. Zuletzt hatte die Stadt Frankfurt Anfang 2017 damit gedroht, das Baurecht zu ändern und dadurch den Wert des Grundstücks möglicherweise zu drücken. Die örtliche Politik war zunehmend verärgert darüber, dass das Land Hessen sich aus ihrer Sicht zu viel Zeit bei der Vermarktung ließ. Von Landesseite waren Bauarbeiten an der U-Bahn unter dem Gebäude als Gründe vorgebracht worden, was wiederum in Frankfurt als nicht stichhaltig angesehen wurde.

Finanzminister Schäfer ist nun offenbar darauf bedacht, diese Auseinandersetzung schnell vergessen zu machen. "Der jahrelange Leerstand war für uns wie für die Stadt ohne Frage ärgerlich", räumt er ein. Nun werde das "interessante Areal in Toplage einer pulsierenden, wachsenden Stadt" zu einer weiteren attraktiven städtebaulichen Entwicklung beitragen.

Was die erhofften Erträge und den Zeitplan der Vermarktung betrifft, gibt sich das hessische Finanzministerium auch auf Nachfrage der Immobilien Zeitung wortkarg. Branchenschätzungen gehen aber davon aus, dass für das Alte Polizeipräsidium ein Kaufpreis von mehr als 100 Mio. Euro zu erzielen ist.

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