Begrünter Neubau und mehr kleinteiliger Einzelhandel

Pläne für das Quartier Calwer Passage: begrünte Fassaden als Beitrag zum Stadtklima, kleinteiliger Einzelhandel für das Flair.
Urheber: ingenhoven architects

Stuttgart. Die Ferdinand Piëch Holding plant die Neubebauung des Areals der Calwer Passage bis Ende 2020. Es bleibt bei einer Mischnutzung aus Büros, Einzelhandel, Cafés und Wohnen. Für die Pläne konnten namhafte Architekten gewonnen werden: für die begrünte Fassade beispielsweise das Büro ingenhoven architects.

Ein neues Großprojekt in der Innenstadt steht an, dessen Pläne im Technik- und Städtebauausschuss mehrheitlich auf Zustimmung trafen. Vier Jahre nach dem Erwerb des Areals der Calwer Passage hat Ferdinand Piëch ein Konzept zur Neuentwicklung des Quartiers vorgestellt. Der dreiteilige Gebäuderiegel am Rotebühlplatz aus den 1970er Jahren und das benachbarte Gebäude an der Ecke Theodor-Heuss- und Lange Straße werden abgerissen. Einzig das Herzstück, die denkmalgeschützte Calwer Passage, bleibt erhalten; sie soll zudem bis zur Langen Straße erweitert werden.

Ein attraktiver Platz soll die Verweildauer und die Frequenz im Sinne des Einzelhandels erhöhen.
Urheber: Tennigkeit Architekten

Der Abriss der Bestandsgebäude erfolgt bis auf Bodenniveau, da die Untergeschosse baulich mit dem S-Bahn-Tunnel verbunden sind. In die Neuentwicklung einbezogen werden der Calwer Platz und der Zugang zur Haltestelle Stadtmitte, die beide durch mehr Aufenthaltsqualität punkten sollen. Piëch setzte beim Neubau auf einen internen statt auf einen öffentlichen Fassadenwettbewerb. Es soll schnell gehen und möglichst ohne einen neuen Bebauungsplan. Dass der neue Gestaltungsbeirat nicht einbezogen wurde und nur ein begrünter Standardbaukörper entstehe, gaben die Kritiker zu Protokoll. Die Fassade nach Plänen von ingenhoven architects, Düsseldorf, wird über einen hohen Anteil an horizontaler und vertikaler Begrünung verfügen, um an diesem Verkehrsknotenpunkt einen Beitrag zum Stadtklima durch Lärmreduktion, Feinstaubbindung, Regenwasserrückhalt und Kühlwirkung zu leisten. Zu den energetischen und ökologischen Aspekten soll auch das optische Erscheinungsbild für einen Impuls an diesem Standort sorgen.

Die technische Umsetzung erfolgt durch das Ingenieurbüro von Werner Sobek, Stuttgart, planender Architekt ist das Büro Tennigkeit Architekten, Stuttgart. Auch im Innenhof ist viel Grün vorgesehen. Auf ihn hin ausgerichtet werden die 17 Wohnungen - das sind fünf mehr als bisher -, die in den obersten Stockwerken entstehen sollen. Darunter sind Konferenzräume und rund 10.000 m2 Büroflächen geplant, im Erdgeschoss wie bisher Läden und Gastronomie.

Möglich wird der Neubau durch die Unterzeichnung des Hauptmietvertrags durch die Anwaltssozietät CMS Hasche Sigle, die ab Dezember 2020 mit rund 300 Beschäftigten von Degerloch ins Stadtzentrum ziehen will. Beratend tätig für CMS waren Colliers International und combine Consulting.

Die eigentliche Calwer Passage mit einer Gesamtfläche von 1.750 m2 wird in ihrer Struktur beibehalten und soll laut Piëch "auch in Zukunft ein besonderes Quartier mit Charme und Tradition bleiben". Das Projekt Fluxus mit Pop-up-Stores habe gezeigt, wie sehr die Stuttgarter und auch Besucher von auswärts die Calwer Passage als urbanes Kleinod schätzten. Das Fluxus-Konzept wird zunächst noch bis Mitte 2018 verlängert. Auch in Zukunft werde man dem "inhabergeführten, kleinteiligen Einzelhandel Chancen in bester Innenstadtlage bieten". Mit insgesamt rund 20 Ladengeschäften soll sich das Areal "klar vom allgemeinen Filialistentum und vom großflächigen Einzelhandel der Einkaufszentren und der Haupteinkaufsstraßen abheben". Fluxus-Gründer Hannes Steim will sich weiter für innovative Handelskonzepte am Standort gegen die teuren Ladenmieten in den Citylagen stark machen.

Zurück zur Startseite