Braunschweig misst Passanten mit Laser

Die seit Oktober 2016 erhobenen Daten ermöglichen erstmals langfristige Vergleiche von Besucherfrequenzen in innerstädtischen Lagen.

Die Technologie, Passantenströme kontinuierlich per Laser zu erfassen, statt händische Stichtagserhebungen durchzuführen, existiert bereits seit einigen Jahren. Häufig streiten sich jedoch Gebäudeeigentümer, Einzelhändler und Stadtverwaltungen, wer die Kosten übernehmen soll.

In Braunschweig hat Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa eine Lösung gefunden: Einen Teil der Kosten bestreitet die Stadt aus ihrem Marketing-Budget und den Mitteln für die Smart City, einen anderen übernehmen die Einzelhändler selbst. Mit unter 10.000 Euro im Jahr für die geleasten Laseranlagen sind die Kosten zudem laut Leppa sehr überschaubar.

Nutzbar sind die Frequenzerhebungen für die Stadt gleich in dreierlei Hinsicht: Sie liefern Argumente für die Attraktivität des Standorts und die politische Diskussion, können zur internen Überprüfung von Marketingmaßnahmen herangezogen werden und sind als Rohdaten für Dritte von Bedeutung. "Wir haben festgestellt, dass es ein Interesse von Maklern und Investoren an diesen Daten gibt", bekräftigt Leppa. Die ersten Maklerbüros hätten bereits beschlossen, die Daten zu nutzen. Vor allem aber sind mit der kontinuierlichen Datenerhebung erstmals langfristige Betrachtungen möglich, und das mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

So wirken sich weder die Sommerferien in Niedersachsen noch in einem der benachbarten Bundesländer spürbar auf die Frequenz aus. Hingegen ist der Passantenstrom im Dezember erwartungsgemäß rund 50% über dem Jahresmittel und ein verkaufsoffener Sonntag zieht viermal so viele Menschen an wie ein gewöhnliches Wochenende. Auch der Effekt von Wetter oder Großereignissen, die Stichtagsergebnisse verzerren, lassen sich mit der Lasertechnik sichtbar machen.

Gemessen wird in Braunschweig an sechs Standorten, nämlich Poststraße, Schuhstraße, Hutfiltern, Damm, Sack und Langer Hof. Die Stadt verwendet dabei die Lösung von Lase PeCo Systemtechnik.

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