Finanzvertrieb ganz ohne Papier

Nicht nur bei der E-Mobilität Vorreiter: Die Zentrale der INGDiBa in Frankfurt.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Seit über zehn Jahren treibt die ING-DiBa die Digitalisierung in ihrem Partnergeschäft voran. Dem Ziel des voll digitalisierten Baufinanzierungsvertriebs ist das Unternehmen schon ziemlich nahe.

Dieter Jürgens ist freier Baufinanzierungsberater aus Leidenschaft und seit 35 Jahren im Geschäft. Seit 13 Jahren vermittelt der gelernte Bankkaufmann aus Winsen bei Hannover Produkte für die ING-DiBa. "Diese Bank ist im Partnergeschäft ein digitaler Vorreiter", sagt Jürgens. Als er 2004 seine Zusammenarbeit mit dem Finanzierer begann, scannte die Bank bereits alle Eingangspost. Da wusste Jürgens, dass sich das Geldhaus auf dem richtigen Weg befindet. Viele Banken redeten zwar über Digitalisierung, findet Jürgens, doch am Ende müssten dann doch Gehaltsnachweise der Kunden in Papierform verschickt werden. Und das nervt.

"Ich bin ein Verfechter des persönlichen Gesprächs mit dem Kunden", sagt Jürgens. Dennoch entfalle selbst bei seiner Vertriebstätigkeit etwa 80% der Arbeitszeit auf verwaltende Aufgaben und da könne die Digitalisierung vieles erleichtern. Über Jürgens Einschätzung freut sich besonders Thomas Hein, Leiter des Partnervertriebs bei der ING-DiBa, denn in den letzten Jahren hat das Unternehmen erheblich in die Entwicklung der digitalen Infrastruktur investiert. Seit zwei Jahren kommunizieren die Berater mit der Bank über das digitale Partnerprotokoll. "Das Fax haben wir 2015 abgeschafft", sagt Hein.

Für den Endkunden bietet die Bank seit diesem Jahr unter dem Namen ImmoWert2Go eine App zur Schnellbewertung an, in Zusammenarbeit mit Sprengnetter. Dazu muss der Nutzer nur ein Foto des Objekts hochladen und den Standort angeben. Baujahr und Grundfläche sind für die Schnellschätzung nicht erforderlich, sie liefern aber genauere Werte. Und über die zentrale Seite mein-baufinanzierungsberater.de findet der Kunde schnell einen ING-DiBa-Partner in seiner Nähe.

Rund 10.000 Personen arbeiten im Partnervertrieb der ING-Diba, aufgeteilt auf rund 3.000 Einzelorganisationen. Während Jürgens seine Webseite für die Endkundenansprache noch auf eigene Initiative und für viel Geld von einem professionellen Webdesigner hat erstellen lassen, soll es ab Anfang 2018 von Seiten der Bank Unterstützung für das Webdesign der Vertriebspartner geben. Davon erhofft sich Hein, den digitalen Vertrieb noch durchgängiger zu gestalten. In Sachen Digitalisierung braucht es nach Ansicht von Hein vor allem Mut, Neues zu wagen: "Wir probieren viele Dinge einfach aus, auch wenn wir den Business-Case nicht immer sofort sehen."

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