Die totale Überwachung von Städten

Am Reißbrett geplante Smart Cities gelten als innovativ. In Schwellenländern könnten sie jedoch Vertreibung und Totalüberwachung fördern.

Die Wissenschaftsjournalistin Anjana Ahuja hat in der Financial Times die Pläne Indiens kritisiert, bis 2020 100 Städte schaffen zu wollen, die durch Digitaltechnik voll vernetzt sind. Die sozialen Unterschiede würden sich durch solche Megaprojekte verschärfen, da sie keine gewachsenen Strukturen berücksichtigen. So würden angestammte Kleinbauern zu tausenden vertrieben, um Bauflächen zu schaffen. China könne in dieser Hinsicht kein Vorbild sein, neue städteplanerische Großprojekte im Land der Mitte seien oft regelrechte Geisterstädte, da der Staat am Bedarf vorbeibaue.

In der künftigen chinesischen Sonderverwaltungszone Xiongan, in der bald zwei Megastädte zu einem Großraum mit bis zu 130 Mio. Einwohnern verschmolzen werden, setzt die Kommunistische Partei darauf, die Bewohner unter anderem durch technische Überwachung zu sozial erwünschtem Verhalten zu zwingen. Als unangemessen eingestufte Praktiken werden auf einem Punktekonto vermerkt. Dazu zählen Immobilienspekulation, eine zu große Wohnung oder das Fahren ausländischer Oberklasseautos.

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