Leserbrief "Entlastet die Großstädte!"

bulwiengesa "befürchtet" angesichts des chronisch angespannten Wohnungsmarkts nicht nur in München, sondern im Großraum München, dass Unternehmen zunehmend in andere Städte ausweichen könnten. Ist Furcht wirklich die richtige Reaktion? Wäre es nicht vielmehr eine Chance, Arbeitsplätze und damit Wirtschaftskraft wieder mehr in die Fläche, in Klein- und Mittelstädte zu bringen, anstatt eine zunehmende Konzentration an immer weniger Hotspots unseres Landes einfach hinzunehmen? Den Wohnungsbau drastisch anzukurbeln, würde langfristig kein Problem lösen, sondern nur die Blase vergrößern, ganz nach dem Bonmot: "Wer Wohnungen sät, wird Einwohner ernten." Maßlos in die Fläche zu bauen, ist vernünftigerweise kaum vertretbar angesichts des ohnehin grassierenden Flächenverbrauchs. Nachverdichtung mag das geringere Übel sein, nur wird dort übersehen, dass sie in aller Regel zu einer qualitativen Verschlechterung der bestehenden Verhältnisse führt: engeres Wohnen auf- und nebeneinander, mehr Verkehr, mehr Immissionen etc. Gerne übersehen werden auch die Auswirkungen des rasanten Stadtwachstums auf das Umland: auch dort Verdichtung, Verschlechterung der Erholungsfunktion des Umlands infolge immer weiter wachsender Freizeitnutzung, verlängerte Fahrtzeiten in die Erholungsgebiete an den Wochenenden infolge immer weiter zunehmender Staus. Die Zahl derer, die sich vor einem nachlassenden Siedlungsdruck auf die Metropolregion "fürchten" müssen, weil dann vielleicht der ein oder andere Gewinn etwas kleiner ausfällt, dürfte verschwindend sein im Vergleich zur Zahl derer, die aufatmen würden.

Christoph Lauchs, München

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