Stadt sucht Investor für die Kämmerei

Bis Ende Februar 2018 können sich Entwickler für die Immobilie bewerben.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Thorsten Karl

Düsseldorf. Die Landeshauptstadt sucht einen Investor für die denkmalgeschützte Immobilie am Marktplatz 5-6. Das Besondere: Sie grenzt direkt an das Rathaus und soll im Erbpachtverfahren vergeben werden.

Seit 2014 steht das rund 14.000 m² große Gebäude leer. Es wurde zwischen 1952 und 1957 als vierflügeliges Verwaltungsgebäude errichtet. Der viergeschossige Ziegelsteinbau mit Werksteinelementen und Dachgauben steht sowohl außen als auch innen unter Denkmalschutz. Er gilt als Vertreter einer der beiden Architekturschulen, die es in der Nachkriegszeit in Düsseldorf gab: Die eine baute betont modern und progressiv - als typischer Vertreter könnte das Dreischeibenhaus gelten. Die andere setzte die Tradition der rheinischen Klinkerbauweise in der Innenstadt fort. Zu dieser gehört das Verwaltungsgebäude, für das die Stadt nun eine neue Nutzung sucht.

Bis zum 28. Februar 2018 können sich Entwickler für das Objekt auf dem 3.383 m² großen Grundstück bewerben. Welche Nutzungsarten denkbar sind, lässt die Stadt weitgehend offen. Ariane Künster, die Leiterin des vor einem Jahr geschaffenen Liegenschaftsamts der Stadt, hat allerdings verschiedene Vorstellungen, die sie für sinnvoll hält.

Ein Hotel sei beispielsweise an dieser Stelle mitten in der Altstadt eine mögliche Nutzung. Überhaupt sei Gastronomie wünschenswert. Denkbar seien aber auch zumindest teilweise Büros mit Coworking-Spaces, die gut in diese pulsierende Umgebung passen könnten.

Im Erdgeschoss, in dem sich Arkadengänge befinden, wäre nicht nur Platz für Gastronomie, auch die Touristeninformation, die dort schon auf 383 m² ansässig ist, und zwei Bestandsmieter (Buffalo Boots mit 414 m² und das Café Velo mit 312 m²) gilt es zu übernehmen.

Und eine Wunschvorstellung hat die Liegenschaftschefin auch: Ein Nahversorger fehlt den vielen Beschäftigten in der Altstadt. "Um Lebensmittel zu kaufen, muss man bis zum Carlsplatz laufen. Aber dort gibt es auch nicht alle Waren des täglichen Bedarfs."

Solcherlei Vorstellungen sind für eine Bewerbung um die Alte Kämmerei natürlich nicht bindend. Viel eher sind es die exakten Vorgaben, die die Stadt macht: Das Erbbaurecht beläuft sich auf 80 Jahre - mit der Option zur Verlängerung. Alle Veränderungen in und am Gebäude sind mit dem Stadtplanungs- und Bauaufsichtsamt abzustimmen. Zudem muss auf die Umgebungsbebauung Rücksicht genommen werden. Und der Erbbauzins muss zu Beginn der Pacht vollständig bezahlt werden. Zudem, so heißt es in der Ausschreibung, ist ein Betrag zur Entschädigung für die Aufbauten anzubieten. Deren Buchwert summiert sich demnach auf exakt 3.097.251,16 Euro.

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