Bundesbank zieht für sieben Jahre in das FBC

Frankfurt. Die Deutsche Bundesbank verlegt den Großteil ihrer Zentrale zeitweise in die Innenstadt. Von Ende 2019 an wird die deutsche Zentralbank Mieterin des Frankfurter Büro Center (FBC) sein, um die Modernisierung ihres Stammsitzes zu überbrücken.

Das FBC wird für einige Jahre der Arbeitsplatz für einen Großteil der Mitarbeiter der Bundesbankzentrale.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Die Deutsche Bundesbank hat sich entschieden: Während der Modernisierung und Erweiterung ihres Hauptsitzes in Frankfurt wird sie das FBC als Übergangsquartier nutzen. Am 28. November unterzeichneten Vertreter der Bank einen Mietvertrag über das komplette Gebäude mit der Intown-Gruppe, die das Objekt im Auftrag des Eigentümers Aroundtown verwaltet. Der Vertrag gilt zunächst für sieben Jahre, kann aber um bis zu drei Jahre verlängert werden.

Die Bauarbeiten auf dem Bundesbank-Gelände an der Wilhelm-Epstein-Straße im Stadtteil Ginnheim werden voraussichtlich von Ende 2019 bis 2026 dauern. Neben einer umfassenden Modernisierung sind auch Neubauten vorgesehen.

Der Umzug mit rund 2.000 Mitarbeitern von der Zentrale in die Mainzer Landstraße 40-46 soll im vierten Quartal 2019 beginnen. Das Übergangsquartier liegt in geringer Entfernung zur Bundesbank-Hauptverwaltung in Hessen, Taunusanlage 5, und zu den Bürohochhäusern Trianon und Skyper, in denen 1.000 Beschäftigte der Zentrale arbeiten. Das war allerdings laut Johannes Beermann, im Vorstand der Bundesbank unter anderem verantwortlich für Verwaltung und Bau, nicht das entscheidende Argument, sondern eher ein willkommener Zusatznutzen. "Es war gar nicht so einfach, in Frankfurt ein Objekt zu finden, in dem wir nicht entweder die Mitarbeiter auf zwei Gebäude verteilen oder weitere Nutzer mit unter dem gleichen Dach haben", berichtete Beermann im Gespräch mit der Immobilien Zeitung.

Zum Jahresbeginn 2017 hatte die Bundesbank die Suche nach einem Übergangsquartier eingeleitet. Beermann zufolge gab es rund 40 Angebote, sowohl Bestandsbauten als auch Projekte in der Entwicklung, teilweise auch außerhalb des unmittelbaren Frankfurter Stadtgebiets, aus denen rund 20 in die engere Wahl genommen wurden. Bestandteil des Auswahlprozesses war auch eine Umfrage unter den Mitarbeitern zu ihren Anforderungen an den Übergangssitz.

Intown hatte das 142 m hohe FBC mit rund 47.000 m2 Bürofläche im Mai 2016 erworben. Der derzeitige Hauptmieter Clifford Chance verfügt über einen noch bis Ende 2019 laufenden Mietvertrag, hat aber den Umzug ins Junghof Plaza an der Junghofstraße 14-16 angekündigt, der schrittweise vor sich gehen und Ende 2019 abgeschlossen sein soll. Darüber hinaus besteht bereits erheblicher Leerstand in dem Gebäude mit 40 Stockwerken. Vor dem Einzug der Bundesbank wird es eine umfassende Modernisierungskampagne geben.

Das FBC wurde nach Plänen des Architekten Richard Heil gebaut und 1981 eröffnet. Intown-Geschäftsführer Sascha Hettrich hatte Mitte 2017 erwartete Mietpreise zwischen 25 Euro/m2 und 30 Euro/m2 genannt. Nach Informationen der Immobilien Zeitung beriet BNP Paribas Real Estate den Eigentümer bei der Vermietung.

Die Pläne für den eigentlichen Sitz der Bundesbank sind derweil nur in einzelnen Punkten konkreter geworden. Fest steht nur, dass es neben der Modernisierung des Bestands einen oder mehrere Neubauten mit insgesamt rund 40.000 m2 Nutzfläche geben wird. "Eine Ausführung als Hochhaus wird nicht weiter verfolgt", sagte Beermann. Ein solches Projekt hätte planungsrechtliche Änderungen vonseiten der Stadt Frankfurt nötig gemacht, die Beermann zufolge auf städtischer Seite nicht gewünscht sind. Um das Gesamtprojekt vor unnötigen Verzögerungen zu bewahren, verzichte die Bundesbank auf ein Hochhaus.

Darüber hinaus sei auch offen, ob es einen Architektenwettbewerb geben wird. Laut Beermann wurden in den vergangenen Monaten im Wesentlichen die Suche nach dem Übergangsquartier und die internen Strukturen zur Steuerung des Bauprojekts organisiert. Die konkrete Planung beginne jetzt erst.

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