Neuer Anlauf für die Housing

Die Bitburger Housing ist in den 1950er Jahren entstanden und seit November in der Hand der Bima. Sie verfügt über etwa 1.000 Wohnungen.
Quelle: Archiv Stadt Bitburg

Bitburg. Im November hat die US Army ihre Wohnsiedlung Housing an den Bund zurückgegeben. Nun gilt es für die Stadt, ein Konzept für die Nutzung des 62 ha großen Geländes zu finden. Die ursprüngliche Idee, das Areal mit Hilfe einer Landesgartenschau aufzuwerten, hatte sich 2016 zerschlagen.

Mit der Übergabe der Housing verabschiedeten sich die US-Amerikaner im November endgültig aus Bitburg. 1994 hatten sie bereits den 500 ha großen Flugplatz und 2012 die 11 ha große Kaserne an der Mötscher Straße aufgegeben. Die Stadt konnte also bereits einige Erfahrungen mit der Konversion ehemaliger Militärflächen machen. Bei der Housing am Südring verfolgte sie allerdings eine besondere Strategie. Dabei drehte sich alles um die Bewerbung Bitburgs als Schauplatz der Landesgartenschau 2022. Diese sollte ähnlich wie z.B. in Landau mit der Konversion eines Geländes kombiniert werden. Der Vorteil für die Stadt: Es wären Landesmittel geflossen. Eine Machbarkeitsstudie lieferte konkrete Zahlen. So sollten nur fünf von insgesamt 44 Wohnzeilen erhalten bleiben. Drei dieser Wohngebäude mit jeweils 24 Wohnungen waren für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen und zwei für den freien Markt. Die Baukosten der Konversion setzten die Verfasser der Studie mit rund 45 Mio. Euro an und schätzten die möglichen Verkaufserlöse auf knapp 25 Mio. Euro.

Mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) schloss die Stadt auf Basis des Konzepts einen Letter of Intent ab. Doch im September 2016 kam dann die Hiobsbotschaft: Die Landesgartenschau 2022 findet nicht in Bitburg, sondern in Bad Neuenahr-Ahrweiler statt. Damit waren die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie und die Vereinbarung mit der Bima obsolet. Bei der Entscheidung spielte dem Vernehmen nach eine Rolle, dass dem Land die Finanzierung des Bitburger Konzepts zu teuer war.

Am 16. November dieses Jahres beschloss der Stadtrat auf Anraten der Bima das Anforderungsprofil für eine neue Machbarkeitsstudie. "Auf Grundlage dieses Anforderungsprofils werden verschiedene Planungsbüros ihre Entwürfe vor einem Bewertungsgremium präsentieren", berichtet ein Sprecher der Stadt. Dieses Gremium setzt sich aus Vertretern des Stadtrats und der Bima zusammen. Es wird letztlich eine Empfehlung aussprechen, welchen Entwurf die Stadt weiterverfolgen sollte. Für das Konzept ist u.a. entscheidend, was für Bitburg finanziell machbar ist und wie viele zusätzliche Wohnungen in der 14.000 Einwohner zählenden Stadt vertretbar sind, ohne dass es zu einem Ausbluten der Wohnungsmärkte des Umlands kommt. Die Bestandsgebäude der Housing verfügen insgesamt über 1.056 Wohnungen mit Flächen zwischen 88 m² und 174 m². Dazu kommen diverse Sonderbauten.

Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die Entwicklung eines Rahmenplans einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Bei der benachbarten Kaserne gingen bis zu diesem Entwicklungsschritt rund drei Jahre ins Land. Die Flächenvermarktung war dann nur noch eine Sache weniger Wochen. Dort hat sich inzwischen ein Mix aus Behörden, Dienstleistern und Handwerksbetrieben angesiedelt. Außerdem plant in der Kaserne das Unternehmen Dignum Castra ein Quartier, das u.a. aus einem Hotel bzw. Boardinghouse und Seniorenwohnungen besteht.

Zurück zur Startseite