Eine IT-Hochburg beim Hauptbahnhof

Blick auf einen der beiden künftigen Bürotürme, die das Quartier kennzeichnen.
Quelle: Graf + Graf Architekten

Karlsruhe. Hinter dem Hauptbahnhof wächst eines der größten Bauprojekte der Stadt in die Höhe. Die Dommermuth-Firmengruppe errichtet einen 65.000 m² großen Bürohauskomplex. Für angrenzende Optionsflächen gibt es ebenfalls erste Planungen.

Plötzlich geht alles ganz schnell, was Jahre nicht funktionierte. "Viele Frösche entpuppten sich nicht als der erwartete Prinz", konstatierte Oberbürgermeister Frank Mentrup bei der Vorstellung des Projekts am Hauptbahnhof Süd. Bis Mitte 2020 sollen zwei Bürokomplexe am südlichen Bahnhofsvorplatz entstehen. Mit Zustimmung des Gemeinderats wurden rund 22.540 m² Grundstücksfläche verkauft, weitere rund 3.600 m² stehen als Optionsfläche zur Verfügung und sind bereits in der groben Planung. Die ersten Teilbaugenehmigungen überreichten der Oberbürgermeister und Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz letzte Woche an Rainer Dommermuth, Geschäftsführer der S.K.E.T., Gesellschaft für Immobilienmanagement aus Montabaur. Der deutschlandweit tätige Projektentwickler baut für seinen Bruder Ralph Dommermuth, Inhaber von United Internet.

Zu diesem Unternehmen gehört auch der Internetdienstanbieter 1&1 Internet, dessen verschiedene Mietverträge in der Fächerstadt auslaufen. Daher hat das IT-Unternehmen sich Räume für 1.500 Mitarbeiter im neuen Bürokomplex gesichert und wird voraussichtlich Hauptmieter der Gebäude. Mit weiteren Nutzern seien die Gespräche laut Projektentwickler Rainer Dommermuth "schon sehr weit gediehen". Er investiert netto in die Bürokomplexe mit 65.000 m² rund 135 Mio. Euro.

Der Entwurf für das Areal stammt von Graf + Graf Architekten aus Montabaur. Er sieht zwei 45 m hohe Türme vor, die als Zwillinge einen Platz einrahmen. Diese zwölfgeschossigen Hochhäuser öffnen sich über eine Breite von sieben Metern und 25 m Höhe auf dahinter liegende Höfe mit jeweils drei siebengeschossigen Kammbauten. Das Rückgrat bilden viergeschossige Baukörper entlang der Straße Hinter dem Hauptbahnhof. Unter dem Neubaukomplex entsteht eine eingeschossige Tiefgarage. Eine Mehrfachbeauftragung für die Planung gab es aufgrund des Zeitdrucks nicht. Änderungswünsche des Gestaltungsbeirats wurden allerdings vom Architektenbüro übernommen, damit bildet der Entwurf die städtebaulichen Vorgaben grundsätzlich ab.

Denn der Zeitplan ist ambitioniert und die Stadt gibt Gas: Nach ersten Gesprächen im September 2016 zwischen Dommermuth und der Stadt und der Zustimmung des Gemeinderats zum Verkauf der Flächen im April 2017 wurde im September der Bauantrag eingereicht. Parallel hat die Stadt das Gelände baureif gemacht und den West- und Ostknoten für die Erschließung des Baustellenverkehrs und von provisorischen Parkflächen vorbereitet. Das denkmalgeschützte frühere Kesselhaus im westlichen Areal soll saniert und möglichst zu einem Café werden. Für das wiederum westlich anschließende Gelände plant die Stadt einen Wettbewerb.

Zügig soll es auch weitergehen. Für das östlich anschließende Baufeld ist im Bebauungsplan ein bis zu 20-geschossiges Hochhaus vorgesehen. Ein Hotel und auf 20% der Fläche Wohnnutzungen sind angedacht. Die Entscheidung wird durch einen Konzeptwettbewerb fallen.

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