Ein Verwaltungskringel für mehr Bürgerservice

Architektonisch auffällig und energetisch nachhaltig: Das Rathaus im Stühlinger.
Quelle: ingenhoven architects H.G. Esch

Freiburg. Das Rathaus im Stühlinger von ingenhoven architects ist bezogen. Es gilt als Verwaltungsbau des 21. Jahrhunderts.

Nach dreijähriger Bauzeit ist das große Oval nun für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Herz des Neubaus zwischen Fehrenbachallee und Wannerstraße ist das Bürgerservicezentrum, das täglich fast 1.000 Freiburger nutzen.

Das Architektenbüro hat den Neubau als Plusenergiehaus entworfen. Rund 800 Solarpaneele an der Fassade und auf dem Dach produzieren Strom, überschüssige Energie wird ins Netz gespeist. Für die Heizung des sechsgeschossigen Gebäudes reicht eine Niedertemperaturanlage mit Grundwassernutzung und Wärmepumpe aus. Für die Kühlung wird ein Hochtemperaturkühlsystem mit Plattenwärmetauschern eingesetzt. Aufgrund des innovativen Charakters wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Das Rathaus ist nicht nur ein Bauprojekt, sondern vor allem ein komplexes Organisationsprojekt, denn neue Formen der Zusammenarbeit der Ämter verändern die Verwaltung. Ziel sind kurze Wege, offene Strukturen für mehr Bürgernähe und besseren Service. Über den Haupteingang gelangen die Besucher zu einer kreisrunden Empfangs- und Informationsinsel mit 16 Kontaktschaltern. Für alle Dienstleistungen, die mehr Zeit als fünf Minuten brauchen, stehen drei Service-Beratungsinseln zur Verfügung. Die internen Abläufe wurden durch die neue räumliche Situation so optimiert, dass möglichst viel aus einer Hand erledigt werden kann. Optisch heben sich im Erdgeschoss die transparente Kuppel und das an einer 47 m langen und 4 m hohen Wand gehängte, leuchtend gelbe Werk der Künstlerin Schirin Kretschmann hervor. Neben Kantine und Konferenzzentrum der Verwaltung sind im Erdgeschoss auch Räume für bürgerschaftliches Engagement vorhanden.

Für die Zusammenlegung der Ämter und Dienststellen im Neubau mit 24.000 m² Bruttogeschossfläche hatte der Gemeinderat aufgrund von Bauverzögerungen das Budget von rund 78 auf rund 86 Mio. Euro erhöht. Für die Konzentration der Ämter sind noch zwei weitere Bauabschnitte geplant.

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