Ehemaliges Bürohaus wird bewohnbar

Auf den ersten Blick ist die Immobilie nicht mehr als früheres Bürogebäude zu erkennen.
Quelle: BauWerkStadt Architekten Bonn, Urheber: Nikolaus Decker

Köln. Der Domstadt gehen die Büroflächen aus. Trotzdem scheint es manchmal lukrativer, leer stehende Büros in Wohnraum zu verwandeln. Genau das plant die Wohnungsgesellschaft des rheinischen Handwerks aktuell in der Hohen Pforte 4-6. Hier soll ein Bürohaus aus den 1960er Jahren in 58 Mietwohnungen umgebaut werden.

Die Lage ist fantastisch, das Objekt selbst eher das Gegenteil. Die rund 55 Jahre alte Gewerbeimmobilie an der Hohen Pforte 4-6 liegt genau zwischen dem Kölner Waidmarkt und der Ia-Einkaufslage Schildergasse. Anfang der 1960er Jahre wurde sie von einem Kölner Textilunternehmer errichtet.

"Damals befanden sich neben Verwaltungs- auch Produktions- und Lagerflächen in dem Objekt", erläutert Michael Ammann, Vorstand der Wohnungsgesellschaft des rheinischen Handwerks. Sein Unternehmen hat die Immobilie zum Jahreswechsel 2014/15 erworben. Da wurde sie bereits ausschließlich als Büro genutzt.

Vor etwa einem viertel Jahr zogen die letzten Mieter aus der Immobilie aus. Nun will der Eigentümer die vier Büroetagen komplett entkernen und in Wohnungen umwandeln. Zudem ist geplant, das Haus um ein Staffelgeschoss aufzustocken, das aus statischen Gründen allerdings in Holzrahmenbauweise erstellt wird.

Im Innenhof befindet sich eine zuvor als Lager eines Puppentheaters genutzte Halle. Sie wird in fünf rollstuhlgerechte Wohneinheiten umgestaltet. Das bislang schon gewerblich genutzte Erdgeschoss zur Straßenseite bleibt erhalten und wird modernisiert.

Insgesamt sollen in der Immobilie 58 Mietwohnungen mit rund 4.700 m² entstehen. In den unteren Geschossen sind mit 45 m² eher kleine Zwei-Zimmer-Einheiten geplant. Darüber sollen größere Einheiten mit drei und vier Zimmern entstehen. Im neuen Staffelgeschoss wiederum sind Maisonette-Wohnungen und Penthäuser geplant. Jede Wohnung soll über eine Dachterrasse oder eine Loggia verfügen.

Da wegen der Grundkonstruktion in dem Objekt nur zwei Treppenhäuser vorhanden sind, werden die einzelnen Wohneinheiten über Laubengänge erschlossen.

Die alte Ölheizung weicht einer modernen Versorgung mit Fernwärme und die begrünten Dachflächen sollen das Kleinklima im Quartier verbessern. Bereits vorhanden ist eine Tiefgarage mit 70 Pkw-Stellplätzen, von denen einige mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet werden. Einige Zeit hat die Genehmigungsphase für die Umwandlung in Anspruch genommen. So waren intensive Gespräche mit der Stadtverwaltung, dem Gestaltungsbeirat und den Nachbarn über Gestaltung, Brandschutz und Abstandsflächen nötig. Im September 2017 wurde schließlich die Baugenehmigung erteilt. Seit Ende 2017 laufen die Entkernungsarbeiten. Die ersten Mieter sollen Anfang 2019 einziehen.

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