Investmentmarkt bleibt hinter den Erwartungen

Stuttgart. Deutlich geringer als in den Vorjahren fiel der Investmentumsatz 2017 aus. Es mangelt nicht an Attraktivität, sondern am Angebot.

Rund 1,42 Mrd. Euro beträgt das Transaktionsvolumen für das Jahr 2017. Damit wurden im Vergleich zum Rekordjahr 2016 etwa 580 Mio. Euro weniger umgesetzt (-29%). Auf gewerbliche Investments entfielen rund 1,2 Mrd. Euro, auf überwiegend institutionelle Wohninvestments ca. 220 Mio. Euro. Gründe für den Rückgang sind das geringere Objektangebot sowie einige anstehende Transaktionen im zwei- und dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, die nicht wie erwartet noch im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnten.

Laut den aktuellen Zahlen zum Stuttgarter Investmentmarkt, traditionell einschließlich Leinfelden-Echterdingen, von Colliers International, Ellwanger & Geiger Real Estate, JLL und Savills waren angebotsbedingt Büroimmobilien die am meisten nachgefragte Assetklasse (ca. 70%), mit weitem Abstand gefolgt von der Nutzungsart Wohnen (17%). Mit vier Bürotransaktionen konnte allein ein Volumen von rund 400 Mio. Euro erzielt werden. Zu den drei größten Transaktionen gehörten der Kauf der Mercedes-Benz Bank durch die Landesstiftung Baden-Württemberg, der Erwerb des Büro- und Geschäftshauses City Plaza durch die Zurich-Gruppe - beide im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich - und der Kauf der ehemaligen EY-Zentrale in Weilimdorf durch La Française Real Estate Partners.

Björn Holzwarth, Geschäftsführer bei Ellwanger & Geiger Real Estate, sieht auf der Käuferseite weiterhin die offenen Spezialfonds mit einem Marktanteil von 23% als dominierende Gruppe, gefolgt von Versicherungen mit rund 16% und Asset-Managern mit etwa 11%. Frank Leukhardt, Leiter Kapitalmärkte Stuttgart bei Colliers International, sieht indes die Spitzenposition bei den Asset-Managern mit rund 315 Mio. Euro. Auf Verkäuferseite waren die Projektentwickler und Bauträger mit einem Anteil von 21% am umgesetzten Volumen am aktivsten, von offenen Spezialfonds und privaten Verkäufern bzw. Family-Offices.

Positiv bewerten Holzwarth und Leukhardt den Anteil ausländischer Marktteilnehmer am Transaktionsvolumen. Käufer- wie auf Verkäuferseite habe ihr Anteil jeweils zwischen 45% und annähernd 50% gelegen. Zum Jahresende 2017 lag nach den Berechnungen von Colliers die Spitzenrendite bei rund 3,8% für Büroimmobilien, bei 3,1% für innerstädtische Geschäftshäuser sowie bei 4,7% für moderne Logistikobjekte. Frank Urfer, Direktor bei Savills und verantwortlich für das Investmentgeschäft in Stuttgart und München, geht davon aus, dass die Anfangsrenditen wegen des "Bieterwettstreits" weiter unter Druck stehen werden. Alexander Veiel, Niederlassungsleiter JLL Stuttgart, zieht als Resümee: "Nach zwei herausragenden Jahren ist Stuttgarts Markt jetzt wieder in der soliden Normalität angekommen. Trotz des deutlichen Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr war 2017 ein gutes Jahr mit dem drittstärksten Ergebnis seit 2008 und nahezu identisch mit dem Fünf-Jahres-Schnitt.

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