Unternehmenszentrale löst den Blauen Bock ab

Ein modernes Bürogebäude ersetzt den Plattenbau.
Quelle: Städtische Werke Magdeburg SWM

Magdeburg. Mit der Grundsteinlegung zum neuen Verwaltungsgebäude der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) in der City der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt hat ein jahrelanger Missstand jetzt ein Ende. Das vor sich hingammelnde Plattenbau-Ungetüm Blauer Bock wird von einem Bau mit 15.500 m2 BGF abgelöst.

Im Oktober 2014 machten die Stadtväter dem Elend ein Ende und übertrugen die Entwicklung des rund zwei Jahrzehnte leer stehenden Hauses ihren Stadtwerken. Zwischen Mai und September 2016 begann der Versorger, den "letzten Schandfleck in der Innenstadt" abzureißen.

Stattdessen entstehen im Kreuzungsbereich Ernst-Reuter-Allee und Breiter Weg jetzt rund 12.500 m2 Bürofläche, die die SWM zur Gänze selbst nutzen wird, sowie 3.000 m2 Laden- und Dienstleistungsfläche im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. Gebaut wird auf dem 8.000 m² großen Grundstück nach Plänen des Weimarer Architekturbüros Junk und Reich.

SWM-Chef Helmut Herdt will seine neue Unternehmenszentrale für 350 Mitarbeiter im zweiten Quartal 2020 fertigstellen lassen. Die Verzögerung, anfänglich wurde Mitte 2019 anvisiert, resultiere aus dem Zukauf einer angrenzenden Fläche sowie den damit verbundenen Umplanungen der Tiefgaragen, heißt es aus dem Unternehmen.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres will Unternehmenschef Herdt mit dem Hochbau beginnen, Ende 2019 will der Energieversorger zum Richtfest laden.

Magdeburgs langjähriger Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) erwartet einen "wahren Hingucker". Um die Freiflächen um das neue Gebäude ebenfalls ansprechend gestalten zu können, fließen Städtebaufördermittel, sagte der Stadtchef anlässlich der Grundsteinlegung. Angedacht sei, Bezug auf die Epoche des großen Magdeburger Stadtarchitekten Bruno Taut zu nehmen - mit einem Pavillon, Wasserspielen, modernen Sitzgelegenheiten sowie vielen Bäumen. Vorschläge dazu lägen dem Stadtplanungsamt bereits zur Genehmigung vor.

Aus den Büchern hat den früheren Schandfleck nach endlosem Gezerre der Voreigentümer Prelios. Denn obwohl Trümper jahrelang versprach, sich an den Abrisskosten für den City-Koloss zu beteiligen, verliefen sämtliche Gespräche und Bemühungen im Sande. Weder eine "Investorengruppe aus Niedersachsen" mochte schlussendlich unterschreiben, noch konnte sich die Stadt dazu durchringen, hier ihre Bauverwaltung unterzubringen.

Seinen Namen erhielt der Blaue Bock wegen seiner Außenfassade aus blauen Kacheln. Erbaut wurde das auf Stahlbetonstützen errichtete Gebäude Ende der 60er Jahre als Apartmenthaus mit 300 Einzimmerwohnungen, die vornehmlich an Krankenschwestern und Schwesternschülerinnen vermietet wurden. Doch bereits zu DDR-Zeiten standen viele der Wohnungen leer. 1992 sind die letzten Mieter ausgezogen. In den unteren Geschossen befanden sich das Reisebüro der Stadt und ein Jugendtouristbüro.

An die Einzelhandelsnutzung will Herdt wieder anknüpfen. Und ein erster Abschluss direkt im Kreuzungsbereich stünde kurz bevor, meldet Annett Lorenz-Kürbis, Magdeburger Niederlassungsleiterin des Maklerbüros Aengevelt. An der Angel für den neuen Blauen Bock habe sie ein "Gastronomie-Highlight, das sich in Magdeburg ansiedeln wird".

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