Immobilienindex steigt weiter

Die Miet- und Kaufpreise für deutsche Wohn- und Gewerbeimmobilien sind 2017 um durchschnittlich 5,7% gestiegen. Damit zeigt der bulwiengesa-Immobilienindex nun schon seit 13 Jahren in Folge eine positive Tendenz. Überdurchschnittlich verteuert hat sich der Wohnungskauf.

Anders als der Performanceindex GPI der bulwiengesa-Researcher werden für den traditionellen Index nicht die Wertentwicklungs- und die Cashflowrendite addiert, sondern ein Mittelwert aus dem Anstieg bzw. dem Fall von Mieten und Preisen von Immobilien in 125 deutschen Städten gebildet. Zum Teil wird auch nach Lagen sowie nach Neubau und Bestand differenziert. Der Index wird auch von der Deutschen Bundesbank bei der Berechnung von Preisentwicklungen verwendet.

Den größten Sprung nach oben machten im bulwiengesa-Immobilienindex im abgelaufenen Jahr die Preise für Eigentumswohnungen (9,6%) und Reihenhäuser (7,7%). Auch Eigenheimgrundstücke (7,3%) und Bestandsmieten (7,1%) machten einen überdurchschnittlichen Satz.

Die üppigsten Zuwachsraten bilanzierten die sieben A-Städte Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Düsseldorf. Hier machten die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen mit 10,8% den höchsten Sprung. Auch die Teuerungsraten für Reihenhäuser und Grundstücke verfehlten die 10%-Marke nur ganz knapp. Bei den Neubaumieten gab es die größte Aufholbewegung in den kleinen Regionalzentren, sie stiegen um 7,5%. Diese Zahlen dokumentierten "die flächendeckende Attraktivität des Wohnsegments", schreiben die Researcher. Wohnimmobilien böten damit schon seit Jahren einen effektiven Inflationsschutz.

Gleiches lässt sich vom Gewerbesegment nicht sagen: Hier gibt es zwar ebenfalls Zuwächse, mit 2,1% fallen die aber vergleichsweise mau aus. Hauptschuldige sind die Einzelhandelsmieten in den Ia-Lagen, die sich 2017 nur noch seitwärts bewegten (+0,5%). Die Nebenlagen entwickelten sich etwas besser (+1,8%).

Die Büromieten stiegen im Durchschnitt um 2,1% und damit etwas schwächer als im Vorjahr. Das vielbeschworene starke Mietwachstum bei Büroflächen gebe es zwar, aber nur in einem kleinen Segment: Neubauten in den Citylagen der sieben wichtigsten Zentren zu mieten, war 2017 fast 5% teurer als im Vorjahr. Da aber nur verhältnismäßig wenig neue Büros gebaut wurden, schlug dieses Teilsegment kaum auf die Durchschnittswerte durch.

So blieb das gemittelte Mietwachstum bei Büros in deutschen Städten aller Größenklassen gedämpft. Deutliche Unterschiede in der Preisentwicklung zeigten sich nur bei den Grundstückspreisen für Gewerbeflächen (Büro, Handel, Logistik). Die zogen in den sieben A-Städten um 4,9% an, in den nächstkleineren nur um 1,85 bis 2,6%.

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