Wohneigentum ist kaum erschwinglich

Haushalte in deutschen Städten sind immer seltener in der Lage, sich Wohneigentum zu leisten. Der vom IVD errechnete Erschwinglichkeitsindex, der Preise und Einkommen berücksichtigt, hat sich in nahezu allen deutschen Städten verschlechtert.

Es wird für deutsche Haushalte schwieriger als im Vorjahr, sich Wohneigentum zu leisten. Das hat der IVD-Bundesverband mit Hilfe seines Erschwinglichkeitsindex berechnet, in den die Faktoren Preise, Gehälter und Zinsniveau für einen durchschnittlichen deutschen Haushalt eingehen. Vergleichsweise gute Werte weisen noch die Städte Hannover, Leipzig oder Bremen auf, Freiburg aber wird beispielsweise immer unerschwinglicher.

In seinen Berechnungen kommt der IVD aktuell auf einen durchschnittlichen Erschwinglichkeitswert von bundesweit 122,63 für das vierte Quartal 2017. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 134,29. Je höher der Wert, desto leichter kann sich ein Käufer Wohneigentum leisten. Insofern gibt es aus Käufersicht eine Verschärfung der Lage. Die Kaufkraft (plus 1,65%) konnte im Betrachtungszeitraum die Preissteigerung (plus 6%) nicht im entferntesten kompensieren. Das Zinsniveau verschlechterte sich nur ganz marginal.

Berlin erzielt mit 94 den günstigsten Erschwinglichkeitswert unter den sieben größten Städten Deutschlands. Das bedeutet laut der Analyse des IVD, dass Haushalte 26,5% ihres Nettoeinkommens für den Immobilienkauf aufwenden müssen. In München (Indexwert 46,7, im Vorjahr: 51,3) wären es sogar mehr als 54%. Hamburg hat einen Wert von 90,8, Frankfurt von 68,1, Stuttgart von 56,6. Bei den Berechnungen wird davon ausgegangen, dass das Einfamilienhaus mit 25% Eigenkapital und 75% Fremdkapital finanziert wird.

Freiburg im Breisgau weist einen Indexwert von 63,5 auf und ist damit laut IVD die "unerschwinglichste Mittelstadt (200.000 bis 500.000 Einwohner) in Deutschland". Obwohl die Preise in Städten mit ähnlicher Größe wie etwa Magdeburg oder Erfurt stark angestiegen sind, blieben dort die Indexwerte (139,5 und 128,6) hoch und damit aus Käufersicht noch bezahlbar. In Relation besonders günstig ist mit Indices von mehr als 130 der Erwerb von Wohneigentum in Bremerhaven, Oberhausen, Braunschweig und Oldenburg. Hannover kommt auf 108,9, Leipzig auf 107,8, Bremen auf 122,2.

Der IVD geht davon aus, dass der Index kurz- bis mittelfristig nicht mehr weiter steigen wird. Die Preise werden moderat anziehen, sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick voraus. Er zieht aus den Zahlen das Fazit, dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, Wohneigentum zu erwerben.

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