ECE erneuert das Hessen-Center

Die Tage dieser Parkflächen sind gezählt. Das doppelstöckige Parkdeck vor dem Hessen-Center wird durch einen Neubau ersetzt.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Frankfurt. ECE lässt ein umfassendes Refurbishment des fast 50 Jahre alten Hessen-Centers anlaufen. Die Parkdecks werden durch Neubauten ersetzt, der Innenraum aufgehübscht. Auf lange Sicht könnte noch 1 ha Bauland für eine Projektentwicklung anfallen.

Für 45 Mio. Euro wird das Einkaufszentrum Hessen-Center in Frankfurt (Stadtteil Bergen-Enkheim) in den kommenden zwei Jahren umfassend erneuert. Doch damit nicht genug: Auf lange Sicht steht auch die Erweiterung der aktuell 39.100 m2 Verkaufsfläche um weitere 14.000 m2 zur Debatte. "Diese Erweiterung befindet sich allerdings noch in der Abstimmung zwischen Frankfurt und den Nachbarkommunen", sagte Projektleiter Arne Nachtigall während der Vorstellung der aktuellen Pläne. Deshalb habe sich sein Arbeitgeber, der Centerbetreiber ECE, gemeinsam mit den Eigentümern entschieden, erst einmal das umzusetzen, was mit wenig Abstimmungsaufwand zu machen ist.

Dabei handelt es sich um den Neubau der beiden Parkdecks sowie eine Überarbeitung der Fassade und von Beleuchtung, Möblierung, Shops, Toiletten und weiteren Komponenten im Inneren. "Besonders wichtig ist uns der Einbau zweier weiterer Aufzüge", sagte Centermanager Stephan Thiel. Damit wolle man jungen Familien mit Kinderwagen entgegenkommen, auf denen ein Schwerpunkt der Neukundengewinnung liegt. Aber auch Senioren, die im Hessen-Center eine besonders große Benutzergruppe stellen, sollen davon profitieren.

Ladeanschlüsse für Handys an den Sitzgruppen, etwas mehr Gastronomie, ein neuer, weithin sichtbarer Informationsschalter, Wickelräume und eine neue Beschilderung sind weitere Details des Refurbishments. "Das Hessen-Center ist mit seiner Eröffnung 1971 ein Center der ersten Generation. Es hat eine Überarbeitung einfach mal nötig", sagte Thiel bei der Vorstellung der Umbaukampagne.

Wichtigstes Element ist der Neubau der Parkdecks. Mehr als 70% des Gesamtinvestments fließt in diesen Gebäudeteil. An der Zahl der rund 1.800 Parkplätze soll sich nichts ändern. Jedoch sind breitere Parkplätze, ein Zugang zum Obergeschoss des Centers, knapp 30% Parkplätze mit Elektroladeeinrichtungen und ein schönerer Zugang vom benachbarten U-Bahn-Halt aus vorgesehen.

Unter dem Strich möchte Thiel die durchschnittliche Kundenfrequenz von derzeit 15.400 am Tag auf mehr als 16.000 anheben und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 101 min. auf 120 min. verlängern. Allerdings wird sich weder an der Anzahl der 115 Shops noch an der Mieterzusammensetzung grundlegend etwas ändern. Zwar sieht der Centermanager Ausbaubedarf bei Elektronik, Spielwaren und Sportartikeln, aber im größeren Umfang wird sich dieser wohl erst mit der zukünftigen Erweiterung decken lassen. Ein Foodcourt sei auch dann nicht geplant, wohl aber Restaurants mit großen Fensterpartien.

Sowohl die Umgestaltung der Parkdecks als auch das Innenrefurbishment beginnen dieser Tage mit Abrissarbeiten am Bestand und sollen abschnittsweise bis Herbst 2019 abgeschlossen sein. Auf einen Zeitpunkt für die Erweiterung der Verkaufsfläche möchten sich die ECE-Vertreter nicht festlegen. Allerdings werden die Parkdecks so angelegt, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt teilweise mit einer Einzelhandelsetage überbaut werden können. Das betrifft beispielsweise die Stützen der Decks, die in Abständen errichtet werden, wie sie für Centerinnenräume typisch sind.

Die Neubauten werden den Ausweichparkplatz unnötig machen, der südwestlich an das Center grenzt und in einer Schleife der Autobahn 66 liegt. Projektleiter Nachtigall zufolge ist ein Verkauf des rund 1 ha großen Areals nach Ende der aktuellen Baukampagne 2019 denkbar. Auf dem Grundstück sei keine Einzelhandelsentwicklung zulässig, sehr wohl aber ein Bürogebäude.

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