Ein Wohngebiet mit Rolltreppe in die Altstadt

Die historische Zeppelinhalle wird nur noch ab und an für Veranstaltungen genutzt. Sie könnte künftig ein Museum werden.
Quelle: Panntum Projektentwicklungs GmbH

Kaufbeuren. Panntum Projektentwicklung hat das 35.000 m² große Gelände der ehemaligen Rosenbrauerei auf dem Afraberg erworben.

Seit Jahren liegt das Gelände am Afraberg über den Dächern der Kaufbeurer Altstadt brach. Nur das Café am historischen Fünfknopfturm lockt Besucher an, die auf dem schmalen Weg den Berg hinaufkommen. Früher braute hier die Rosenbrauerei ihr Bier. Mit der Übernahme der Rosenbrauerei in den 90er Jahren durch die Aktienbrauerei Kaufbeuren ging auch das Gelände an der Hohen Buchleuthe an die neuen Eigentümer. In der Vergangenheit habe es immer wieder Kaufinteressenten gegeben, bestätigt Aktienbrauerei-Vorstand Werner Sill. Doch erst jetzt bekam Panntum aus Haar bei München den Zuschlag.

Geholfen hat sicherlich, dass die Aktienbrauerei im vergangenen Jahr umstrukturiert wurde. Das Brauereigeschäft hat das Unternehmen bereits 2013 ausgegliedert und großteils an den britisch-amerikanischen Getränkekonzern ROK Stars verkauft. Seitdem konzentriert sich die Aktienbrauerei Kaufbeuren AG ausschließlich auf das Immobiliengeschäft und hält Hotels, Gaststätten und Restaurants sowie weitere Liegenschaften im Portfolio. Zunächst gab es auch Pläne, das Gelände selbst zu entwickeln. Doch im vergangenen Sommer übernahm der amerikanische JP's Nevada Trust die Immobiliengesellschaft Aktienbrauerei. Der Trust gehört dem US-Milliardär John Paul DeJorias, der auch ROK Stars mitbegründete. DeJorias Trust engagiert sich weltweit vor allem in Immobilien und Hotels. Mit dem Verkauf an Panntum dürfte der Trust auch einen Teil des Kaufpreises refinanzieren wollen.

Vom Afraberg werden künftige Bewohner einen schönen Blick über die Kaufbeurer Altstadt haben.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Panntum-Geschäftsführer Florian Biasi will nun zusammen mit der Stadt Ideen austauschen, wie das Areal entwickelt werden könnte. Im Gespräch sind auf jeden Fall geförderte Wohnungen mit erschwinglichen Mieten, aber auch hochwertiger Wohnraum. Geprüft werde auch ein Mehrgenerationenprojekt und ob sich ein Pflegeheim, betreutes Wohnen sowie ein Hotel an dem Standort etablieren könnten, so Biasi. Vor allem das Wohnen für ältere Generationen dürfte nicht so einfach sein. In die Stadt hinunter führt ein schmaler Fußweg, der bei Glätte und Schnee zu einer gefährlichen Rutschpartie wird. Dieses Hindernis will Panntum mit einem Schrägaufzug oder einer Rolltreppe beseitigen. So soll ein barrierefreier Zugang von der Innenstadt zum Afraberg geschaffen werden. In das Konzept integriert werden sollen das frühere Sudhaus und die denkmalgeschützte Zeppelinhalle. Biasi kann sich dort ein Brauereimuseum vorstellen, eventuell in Verbindung mit einem Hotel.

Für die Umsetzung hat sich Biasi die Astalon Projektentwicklung aus Augsburg ins Boot geholt. Diese hat Erfahrung mit geschichtsträchtigen Flächen und Gebäuden. Inhaber Heinz Schnürch begleitete bereits mit seiner Artemis Projektentwicklung die Entwicklung der Kammgarnspinnerei in Augsburg, die 2016 den Preis für Baukultur bekam.

Zurück zur Startseite