Erstes Hochhaus seit der Wende in Jena

2020 soll der moderne Hochhausneubau in Lobeda-Ost fertig sein.
Quelle: jenawohnen GmbH, Urheber: ksg Architekten

Jena. Direkt neben dem neuen Campus der Uniklinik baut jenawohnen ein Hochhaus. Es ist das erste in der Stadt seit 1989. In den oberen Etagen sollen sechs exklusive Wohnungen entstehen. Der erste Spaten wurde jetzt gestochen.

Finster sah die Zukunft für das Plattenviertel in Lobeda in den 1990er Jahren noch aus. Rückbau statt Neubau stand in dieser Zeit auf der Agenda von jenawohnen. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und die städtische Wohnungsbaugesellschaft kann sich auch in den Plattenquartieren nicht über mangelnde Nachfrage beklagen. Bei lediglich 1% liegt die Leerstandsquote für die Quartiere, die im Schnitt für 5,50/m2 Euro vermietet werden.

So preiswert wie im Bestand werden die sechs geplanten Mietwohnungen in den optisch abgesetzten oberen Etagen des künftigen Zehngeschossers nicht sein. Die Mietpreise für die Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 812 m2 stehen zwar noch nicht fest, aber wer mit Blick auf das nördlich gelegene Stadtzentrum und die Lobdeburg wohnen will, wird dafür sicher etwas kräftiger in die Tasche greifen müssen.

Die unteren fünf Etagen des vom Architekturbüro kister scheithauer gross entworfenen Gebäudes werden unter anderem von der Verwaltung der nahegelegenen Universitätsklinik genutzt, deren neuer Campus in den letzten Jahren schon sichtbar Gestalt angenommen hat. Auch sonst orientiert sich die geplante Nutzung mit Gastronomie, Arztpraxen und Büros an dem Bedarf der benachbarten Uniklinik. Insgesamt werden etwas über 5.000 m2 Gewerbefläche in dem Projekt geschaffen, in das jenawohnen 15,2 Mio. Euro investiert.

Errichtet wird das Gebäude auf einem etwa 5.500 m2 großen Grundstück an der Kastanienstraße, Ecke Erfurter Straße. Die Plattenbauten, die hier standen, wurden in den 1990ern abgerissen, weil die Bevölkerungsprognosen sinkende Einwohnerzahlen erwarten ließen. Das Gegenteil war der Fall. Jena zählt heute zu den wachsenden Städten in Ostdeutschland und kommt kaum hinterher, die Nachfrage nach Wohnungen, aber auch nach Büros, zu decken.

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