Das Interesse an grünen Immobilien wächst weiter

Der Frankfurter Tower 185 (l.) zählt zu den teuersten Green Buildings, die 2017 hierzulande verkauft wurden.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Der Bestand an zertifizierten Flächen ist im vergangenen Jahr in den sieben größten Büromärkten hierzulande um insgesamt 400.000 m² gestiegen. Das vermeldet JLL in seinem Certification and Sustainability Radar (Cesar). Bei den Bürovermietungen und -investments machen sich Green Buildings ebenfalls stark bemerkbar.

In den Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Stuttgart und München sind dem Cesar-Report zufolge inzwischen zusammen knapp 7 Mio. m² Bürofläche zertifiziert. Das macht 7,5% des gesamten Flächenbestands aus. Gegenüber dem Jahr 2016 bedeutet dies eine Steigerung um 0,3 Prozentpunkte. JLL berücksichtigt bei seinen Erhebungen die Zertifikate DGNB, LEED, BREEAM sowie das Hamburger Hafen-City-Siegel.

Das Immobilienberatungsunternehmen begründet den Zuwachs bei den Green Buildings vor allem mit den vielen zertifizierten Neubauprojekten. Dazu zählen z.B. das von Südboden entwickelte und nach LEED zertifizierte Haus 26 mit ca. 15.000 m² Fläche im Gewerbecampus neue balan in München-Ramersdorf, das von Development Partner erstellte Gebäude Kölncubus Süd im Kölner Stadtteil Kalk (14.000 m², DGNB) und das Bürohaus Forty Four in Düsseldorf-Derendorf (Entwickler: die developer) mit 12.250 m² Mietfläche und einer LEED-Zertifizierung.

Auf die sieben deutschen Top-Immobilienstandorte bezogen, hat DGNB mit insgesamt 219 zertifizierten Gebäuden vor LEED (141 Gebäude) und BREEAM (56 Gebäude) derzeit die Nase vorn. Innerhalb von fünf Jahren entstand in den Städten rund 4,8 Mio. m² Bürofläche. Etwa 40% davon ist zertifiziert.

Im Vergleich der Bürometropolen liegt Frankfurt mit einem 19,8%igen Anteil der zertifizierten Fläche am Gesamtbestand wie schon in den Vorjahren weit vorne. Hinter Frankfurt folgen Düsseldorf mit 7,2%, München mit 6,3% sowie Berlin (5,7%), Hamburg (5,2%) und Köln (5,1%). Das Schlusslicht bildet Stuttgart. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt sind 4,5% der Büroflächen zertifiziert.

Bei den Bürovermietungen spielen die Green Buildings mittlerweile eine gewichtige Rolle. Am Flächenumsatz der sieben größten Büromärkte im Jahr 2017 hatten sie einen Anteil von 580.000 m² bzw. 14%. In Frankfurt liegt auch in diesem Fall der Prozentsatz deutlich über dem Gesamtdurchschnitt. Ein gutes Drittel der dort im vergangenen Jahr vermieteten Fläche von insgesamt 711.300 m² entfällt auf zertifizierte Immobilien. Dahinter reihen sich Düsseldorf und München mit 14,6% bzw. 11,1% ein. Hamburg kommt auf 10,8%, Berlin auf 8,7% und Stuttgart auf 6,4%. Hier markiert Köln (2,8%) das Ende der Rangliste.

Besonders stark ist das Nutzerinteresse bei den ausländischen Unternehmen ausgeprägt, berichtet Martin Hofmann, bei JLL Head of Project & Development Services Germany. Knapp ein Drittel der von ihnen insgesamt gemieteten Fläche betrifft demnach zertifizierte Gebäude. "Deutlich niedriger mit rund 11% lag der Anteil bei Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland", sagt Hofmann.

Nachhaltigkeitszertifikate tragen auch die Gebäude, die 2017 bundesweit die drei größten Einzelimmobilienverkäufe stellten, allen voran das mit DGNB-Gold versehene Berliner Sony Center, das Oxford Properties und Madison International Realty für 1,1 Mrd. Euro vom südkoreanischen Staatsfonds NPS erwarben. Den zweiten Platz des Investmentrankings belegt der Frankfurter Tower 185 (DGNB-Gold), den Deka Immobilien gekauft hat. Platz drei geht an den vom norwegischen Staatsfonds Norges erworbenen Berliner Axel-Springer-Neubau, für den auch ein DGNB-Gold-Zertifikat angestrebt wird.

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