"Die Innovationszyklen werden kürzer"

Immobilienwirtschaft und Technik sollten voneinander lernen, findet RICS-CEO Sean Tompkins.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Die Digitalisierung kann helfen, drängende Probleme in der Stadtentwicklung zu entschärfen, sagt RICS-CEO Sean Tompkins. Sie gleicht jedoch kein mangelndes Vertrauen aus.

Sean Tompkins hat keine Angst vor der Digitalisierung, er sieht sie als notwendige Unterstützung zum Lösen drängender Probleme: "Viele Weltregionen erleben derzeit ein Bevölkerungswachstum bei gleichzeitig ungebrochener Urbanisierung", stellt der Chef des britischen Branchenverbands fest. Um knappe Ressourcen in den Städten besser zu verteilen, seien mehr Informationen über das Verhalten der Bewohner erforderlich. "Der notwendige Wandel ist mit den bisherigen Modellen nicht darstellbar: Wir brauchen mehr Daten. Und die Technologie liefert uns diese Daten."

Doch mit der Umsetzung dieser Idee hapert es noch, wie die RICS 2017 in ihrem Smart-City-Report festgestellt hat. Neben mangelnden Datenstandards nennt Tompkins einen weiteren wichtigen Faktor, der die digitale Transformation behindert: "Das Vertrauen in Politik, Wirtschaft und Medien ist auf einem historischen Tiefpunkt. Darüber sollten alle Menschen mit Führungsverantwortung gründlich nachdenken."

Zwar sei es hilfreich, wenn Technologieunternehmen und Immobilienwirtschaft voneinander lernen. Tompkins sieht darin einen fortlaufenden Prozess, den die RICS mit Forschung und Erfahrungsaustausch tatkräftig begleitet. "Die Innovationszyklen werden kürzer und wir versuchen aufzuzeigen, wie sich das auf Bau, Bewertung, Vermittlung und Kauf von Immobilien auswirkt." Ohne ein Verständnis für die Befindlichkeit der Menschen könne der Wandel jedoch nicht gelingen.

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