Von wegen 1,5 Mio. neue Wohnungen

bulwiengesa hat Projekte gezählt, der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) Mitglieder befragt. Heraus kommt das Gleiche: Wohnungsbau wird schwieriger. Mancher findet wieder Gefallen an Büroneubau.

Die Entwicklung scheint nicht schlecht. Im Jahr 2016 wurden gut 277.000 Wohnungen fertiggestellt, 2017 könnten es knapp 300.000 gewesen sein, meint BFW-Präsident Andreas Ibel. Nun will die Bundesregierung nach dieser Legislaturperiode den Bau von 1,5 Mio. neuen Wohnungen vermelden - rechnerisch 375.000 pro Jahr. Dass die in diesem Jahr hochgezogen werden, sieht Ibel nicht. Im Gegenteil. Nach einem kurzfristigen Anstieg auf 300.000 Einheiten werde es "ohne Gegenimpulse der Politik" in den kommenden Jahren auf 250.000 oder gar weiter zurückgehen. "Aufgrund der hohen Erstellungskosten betrifft das vor allem das bezahlbare Segment", ist er überzeugt.

Die Probleme, mit denen die mittelständischen Verbandsmitglieder kämpfen, sind seit Jahren die gleichen. Erneut gaben 60% der Befragten an, dass sich die Rahmenbedingungen für Neubau im vergangenen Jahr weiter verschlechtert haben. Das größte Problem für quasi alle (97%) ist unverändert, an Baugrundstücke zu kommen. Genannt werden dafür mehrere Gründe. Zwei Drittel der Unternehmen meinen, dass zunehmend häufiger mit Grundstücken spekuliert wird, 42% haben den Eindruck, dass die öffentliche Hand immer weniger Bauland ausweise. Knapp ein Viertel der Befragten sieht private Unternehmen gegenüber kommunalen bei der Baulandvergabe benachteiligt.

Auch dass die Bundesregierung den Wohnungsbau fördern will, stimmt nicht optimistisch. Bezweifelt wird, dass mehr Bauland auf den Markt kommt. Zudem fehlt den Unternehmen die Aussicht darauf, dass es mit den Ämtern einfacher wird und in Sachen Regulierung ein Gang zurückgeschaltet wird. Und so geben 36% der Befragten an, dass der Gewerbebau interessanter werde. "Büroimmobilien kommen wieder vermehrt in den Fokus der Projektentwickler", heißt es.

Zurück zur Startseite