vdp sieht langsameren Preisanstieg

Die Preisrallye am deutschen Wohnimmobilienmarkt wird langsam abgebremst. Davon ist der Verband der deutschen Pfandbriefbanken (vdp) überzeugt. Deren Produkte erfreuen sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) großer Beliebtheit - sie ist die größte Käuferin.

Verbandspräsident Louis Hagen mahnt: "Vorsicht ist angesagt". Die dynamische Preisentwicklung werde sich nicht fortsetzen, glaubt er. Hagen redet nicht von einem harten Aufprall, wohl aber von einem bundesweit spürbar verlangsamten Preisanstieg. Allerdings würden die aktuellen Marktzahlen diejenigen, die zur Vorsicht raten, Lügen strafen, räumte Hagen bei der Vorlage der vdp-Jahreszahlen ein.

Das Geschäft der im Verband zusammengeschlossenen Immobilienfinanzierer läuft jedenfalls. Für das aktuelle Geschäftsjahr kalkulieren sie mit anhaltend hoher Nachfrage vor allem im Wohnungsbau, weil die Konjunktur floriert und Wohnungen gesucht sind. Bereits 2017 floss mehr als die Hälfte des ausgereichten Kreditvolumens (143 Mrd. Euro) in den Wohnungsbau. Wichtigste Objektart waren Ein- und Zweifamilienhäuser. "Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland hat sichtlich an Attraktivität gewonnen", konstatierte Hagen.

Das Volumen an neu zugesagten Gewerbeimmobilienkrediten ging hingegen leicht zurück. Es sank von 70,2 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 68,5 Mrd. Euro. Der größte Teil entfiel erneut auf Büros, gefolgt von Einzelhandelsimmobilien. Beide Assetklassen verloren im Vergleich zu 2016 leicht, während Hotel, Industrie und Logistik zulegten.

Den Pfandbrief nutzten Banken wieder etwas stärker zur Refinanzierung. Bezogen auf Hypothekenpfandbriefe stieg das Neuemissionsvolumen um 1,8 Mrd. Euro auf 36,9 Mrd. Euro. Für 2018 wird ein Gesamtabsatz von 50 Mrd. Euro (2017: 48,8 Mrd. Euro) angestrebt. Davon sollen 39 Mrd. Euro auf Hypothekenpfandbriefe entfallen. Größte Käuferin von Neuemissionen ist die EZB. Sie übernimmt geschätzt zwischen 30% und 40% der emittierten Pfandbriefe. "Die EZB ist Fluch und Segen zugleich", sagte der vdp-Präsident. Ein Fluch vor allem für andere Investoren, die wegen hoher Preise kaum zum Zuge kämen. Der Markt werde durch die EZB-Käufe verzerrt.

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