Lichttechnik und Datennetz verschmelzen

Ein neuer Industriestandard lässt Daten und Strom für die Beleuchtung über das gleiche Netz fließen.

Die Idee klingt simpel: Wenn Daten und Strom für die Beleuchtung über dieselbe Leitung laufen, lassen sich in der Gebäudetechnik eine Menge Kabelmeter sparen. Demnächst soll ein neuer, internationaler Industriestandard abgesegnet werden, der in einem Datenkabel Stromstärken erlaubt, die zum Betrieb gängiger Leuchtmittel ausreichen. Die zugrunde liegende Technologie heißt Power over Ethernet (PoE) und ist schon länger bekannt, war für die Verbindung mit Leuchtsystemen bisher aber nur bedingt geeignet. Der Gebäudedienstleister Spie hat nun mit Hilfe von Philips Lighting und Cisco in seiner eigenen Unternehmenszentrale ein PoE-System nach dem neuesten Standard realisiert.

Das selbststeuernde Gebäude rückt damit in greifbare Nähe. Sensoren sind schon heute genügend klein und günstig, um sie flächendeckend in einem Bürogebäude zu verbauen. Stellt so ein Sensor z.B. fest, dass ein Besprechungsraum nicht mehr belegt ist, schaltet sich automatisch das Licht aus. Damit lässt sich eine Menge Energie sparen. Bisher benötigen solche Sensoren meist einen Datenempfänger in der Nähe, der ans Stromnetz angeschlossen ist. Die zusätzlichen Stromkabel verteuern die Investition.

Der neue PoE-Standard überspringt diese Hürde: Jede Leuchte wird zum Mini-WLAN-Router mit eigener Internetadresse. So kann sie individuell gesteuert werden, sei es über einen Sensor oder vom jeweiligen Raumnutzer über sein Smartphone. Außerdem können andere Gebäudesysteme, z.B. Klimaanlagen, ebenfalls ihre Daten über das Lichtnetz an eine Zentralsteuerung senden.

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