Es werden wieder große Büros gemietet

Der Coworking-Anbieter WeWork will mindestens 10.000 m2 im Art Deco Palais an der Arnulfstraße mieten.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

München. In der Stadt wird wieder großflächig gemietet. Vor allem die Neuentwicklungen sorgen dafür, dass Mieter Flächen zur Auswahl haben. Einige Großabschlüsse stehen zudem kurz vor der Unterschrift.

Im Durchschnitt melden die Maklerunternehmen knapp 230.000 m2 Bürofläche, die im ersten Quartal in der bayerischen Landeshauptstadt neue Mieter gefunden hat. Darunter waren gleich mehrere Großabschlüsse. Dennoch ging die vermittelte Fläche gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um fast 10% zurück.

Mit rund 23.000 m2 mietet die Stadt für ihre neu geschaffene zentrale Informations- und Telekommunikationsabteilung die größte Fläche. Der Eigenbetrieb it@M erweitert seinen Standort auf dem MCampus-Gelände am Agnes-Pockels-Bogen in Moosach. Angemietet wurde das Gebäude Qubes, das die Rosa-Alscher-Gruppe derzeit auf dem Gelände baut. Anfang 2020 soll die Immobilie bezugsfertig sein. CBRE hatte diese Vermietung vermittelt.

Einen weiteren großen Mietvertrag schloss der Fernbusanbieter FlixBus im Kap West ab. Das Unternehmen wird 2019 in dem Neubau rund 13.800 m2 beziehen. Die Deutsche Postbank mietete im Midsite in der Werinherstraße 83-89 etwa 16.900 m2. Bereits Ende vergangenen Jahres schloss das Telekommunikationsunternehmen Mnet einen bisher nicht kommunizierten Mietvertrag über 10.000 m2 am Frankfurter Ring 158 ab. Das Tochterunternehmen der Stadtwerke München bezieht einen fünfgeschossigen Neubau der Dibag Industriebau.

In der Schwebe ist ein Mega-Mietvertrag, den die R&S Immobilienmanagement, der Immobilienverwalter des Münchner Technologieunternehmens Rohde & Schwarz, abschließen wird. Nach Informationen der Immobilien Zeitung will die Werbeagentur Serviceplan mehr als 20.000 m2 im iCampus am Rande des Werksviertels im Münchner Osten mieten. Serviceplan würde damit einen Großteil der Gebäude Alpha, Beta und Gamma im iCampus belegen. Derzeit sitzt Serviceplan noch im Haus der Kommunikation zwischen Königs- und Stiglmaierplatz. Der Mietvertrag läuft 2020 aus.

Der Coworkinganbieter WeWork wird wohl seinen zweiten großen Mietvertrag in München unterschreiben. Das Unternehmen verhandelt derzeit über gut 10.000 m2 im Art Deco Palais an der Arnulfstraße 60. BNP Paribas Reim Germany hatte das denkmalgeschützte Gebäude 2015 für einen Immobilien-Spezialfonds erworben. Auch in den Bavaria Towers am Vogelweideplatz tut sich etwas. Aktuell gibt es offenbar einen Interessenten, der kurz vor der Unterschrift steht. Im Gespräch ist die Anmietung eines kompletten Turms.

Trotz der Anmietungen in Neubauprojekten sank der Leerstand auf knapp 3% im Gesamtmarkt. Im Stadtgebiet nähern sich die Leerstände der Marke von 2%. Eine Entlastung ist nicht in Sicht. Von den rund 580.000 m2 Bürofläche, die bis Ende nächsten Jahres fertiggestellt werden, sind gut 60% bereits vermietet. Zudem geht ein Großteil der neuen Fläche auf Eigenentwicklungen des Autoherstellers BMW zurück.

Die Durchschnittsmieten steigen daher weiter. Im Schnitt bezahlen Mieter für Büros derzeit zwischen 17,50 Euro/m2 und 17,70 Euro/m2. Im Stadtgebiet liegt der Schnitt laut Colliers sogar bei 19,20 Euro/m2. Im Umland ist die Durchschnittsmiete ebenfalls deutlich auf 11 Euro/m2 gestiegen.

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