Avus-Tribüne wird saniert

Berlin. Für 6 Mio. bis 9 Mio. Euro soll die seit bald 20 Jahren leer stehende, marode Tribüne an der Stadtautobahn Avus instand gesetzt und neu bespielt werden. Bauherr für das Projekt ist kein typischer Entwickler, sondern der im Iran geborene und in Hamburg aufgewachsene Unternehmer Hamid Djadda.

Sie gilt als eines der Berliner Wahrzeichen, die 1937 eröffnete Zuschauertribüne an der Avus. Jahrzehntelang konnten Rennsportbegeisterte von hier aus spektakuläre Rennen beobachten, die regelmäßig auf der 1921 ursprünglich als Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße (Avus) gebauten, 8,3 km langen Strecke stattfanden. 1998 war damit Schluss, und auf der ersten, ausschließlich für Autos gebauten Straße der Welt, die heute das nördliche Teilstück der A 115 ist, rollt seitdem nur noch der reguläre Verkehr durch die Berliner Innenstadt.

Die 240 m lange Avus-Tribüne war seither dem Verfall preisgegeben. Immer wieder versuchten sich Investoren damit, das Denkmal zu erhalten, doch erst mit Hamid Djadda trat jemand auf den Plan, der ein Konzept entwickelte, das jetzt auch realisiert wird. Nach den Entwürfen des Hamburger Architekten Christoph Janiesch soll das Bauwerk künftig multifunktional genutzt werden. Während ein Großteil der Tribüne, die 4.000 Zuschauern Platz bietet, möglichst originalgetreu erhalten bleiben soll, wird der etwa 400 m2 große Mittelteil verglast und soll künftig als Veranstaltungsraum dienen.

Die unterhalb der Tribüne liegenden Flächen, die bisher ungenutzt waren, sollen ausgebaut und als Büros und Ladenflächen vermietet werden. Etwa 1.200 m2 Mietfläche sollen so entstehen. Denkbar wären Startups aus der Automobilbranche, aber auch ein Museum zur Geschichte der Avus. Auf den Stufen der Tribüne wiederum sieht der Entwurf großzügige Glasvitrinen vor, die zum einen mehr Tageslicht in die darunter liegenden Räume bringen sollen und zum anderen als Ausstellungsflächen für Autos genutzt werden könnten.

"Es hat mir jedesmal im Herzen weh getan, wenn ich an dieser maroden Ruine von einer Tribüne vorbeigefahren bin. Das ist doch ein Stück Berliner Geschichte, das bewahrt werden muss!", sagt Hamid Djadda. Jetzt haucht er dem Bauwerk neues Leben ein. Anfang dieser Woche haben die Abrissarbeiten für das marode Dach begonnen, die alten Holzbänke sind bereits abmontiert. Wenn alles gut läuft, soll die künftig gemischt genutzte Tribüne 2019 fertig sein. Bis zum 100. Geburtstag der Avus im Jahr 2021 lässt der Zeitplan noch Luft. Spätestens dann soll die Tribüne wieder bespielt werden.

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