Raus aus der Schmuddelecke, rein in die digitale Zukunft

Silke Weidner im Dialog mit den gif-Ehrenmitgliedern Hartmut Bulwien, Lutz Kehrberg, Jürgen Ehrlich, Karl-Werner Schulte und Matthias Thomas (v.l.n.r.).
Quelle Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Wie bei ihrer Gründung vor 25 Jahren kümmert sich die gif auch heute um Standards in Ausbildung und Praxis von Immobilienprofis. Die Digitalisierung sorgt dabei für neue Herausforderungen.

Als die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) 1993 von ein paar Professoren, deren Studenten und wenigen Immobilienprofis aus der Taufe gehoben wurde, hätte sich kaum einer der Beteiligten gedacht, welches Ausmaß das Ganze einmal annehmen würde. 25 Jahre später ist die gif von 27 auf über 1.300 Mitglieder gewachsen, mit internationalen Schwesterverbänden bestens vernetzt und bereit für die Aufgaben der Zukunft. "Alle reden von der Digitalisierung, auch die gif", sagte gif-Präsident Tobias Just zu Beginn der Jubiläumsveranstaltung vergangene Woche in Frankfurt.

In der gif-Anfangszeit lag der Fokus auf ganz grundsätzlichen Dingen: Erstmals wurden Standards für die Flächenberechnung und die immobilienwirtschaftlichen Berufsbilder entwickelt. Es ging jedoch auch darum, Seriosität zu vermitteln. "Wer damals von unserer Branche sprach, redete von Baulöwen und Immobilienhaien. Wir wollten weg aus der Schmuddelecke", erinnert sich Ehrenmitglied Karl-Werner Schulte, der den Begriff der Immobilienökonomie für einen eigenen Studienzweig maßgeblich geprägt hat.

Wenn es um die Zukunft geht, erkennen die Gründungs- und heutigen Ehrenmitglieder der gif die Digitalisierung als ganz entscheidenden Faktor. So sieht Jürgen Ehrlich eine der Hauptaufgaben des Verbands darin, die Veränderung der Berufsbilder durch den technologischen Wandel zu erforschen. Lutz Kehrberg nennt Building Information Modeling (BIM) als größte Herausforderung der Branche und Hartmut Bulwien erinnerte daran, dass Themen wie Elektromobilität und autonomes Fahren sich künftig auf die Flächennutzung auswirken werden.

Dass der Wandel vor der Immobilienbranche nicht Halt macht, betonte Gastredner Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Das Ausmaß des Wandels lasse sich jedoch gestalten: "Digitalisierung ändert die Dinge nicht von alleine", sagte Bauer. So sei es mit dem neuen Internetstandard IPv6 rechnerisch möglich, jedem Sandkorn auf der Erde eine eigene IP-Adresse zuzuweisen. "Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage."

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