Flexibilität bei der Vermietung

Unter der neuen Bilanzierungsrichtlinie IFRS 16 müssen Unternehmen auch ihre Mietverträge in die Bilanzen aufnehmen. Das könnte zwei Trends Vorschub leisten, prognostiziert Radomir Vasilijevic von NAI Apollo.

Ab dem 1. Januar 2019 müssen Unternehmen, die unter IFRS bilanzieren, auch die von ihnen abgeschlossenen Mietverträge in ihre Bilanzen aufnehmen. Mittel- bis langfristig könnte dies zu erheblichen Veränderungen auf dem Bürovermietungsmarkt beitragen, glaubt Radomir Vasilijevic.

Der Leiter Bürovermietungen bei NAI Apollo sieht einen Strategiewechsel bei bisher langfristig orientierten Mietern voraus. "Messbar sind die Veränderungen noch nicht. Aber bei vielen Unternehmen laufen die Überlegungen noch, gerade bei großen Konzernen und ihren Real-Estate-Abteilungen", sagt er. Grundsätzlich werde es aber durch die Richtlinienänderungen wieder attraktiver, selbst eigene Immobilien im Bestand zu halten, ist er überzeugt.

Vor allem ein Trend könne jedoch von den Veränderungen, die die Neuerungen in der Bilanzierungsrichtlinie mit sich bringen, profitieren. "Coworking wird einen weiteren Schub erleben", sagt Vasilijevic. Denn bei den Vereinbarungen, die zwischen den Coworkinganbietern und ihren Kunden geschlossen werden, handele es sich nicht um Mietverträge, sondern um Serviceverträge. Entsprechend werden diese auch in der Bilanzierung anders behandelt. "Das macht die Anmietung von Coworkingflächen in Zukunft viel attraktiver. Großkonzerne gehören schon jetzt zu den größten Mietern von WeWork und Co., die neue IFRS-Richtlinie wird das noch einmal verstärken."

Der Coworkingtrend in Kombination mit einer fortschreitenden Digitalisierung und dem Wunsch nach neuen Arbeitsplatzkonzepten werde aller Voraussicht nach auch dazu führen, dass sich klassische Vermieter künftig neu ausrichten müssen. "Die klassischen langfristigen Mietverträge werden sicherlich nicht einfach verschwinden. Aber die Gewichtung wird sich verändern. Und auch klassische Vermieter von Büroräumen müssen darauf reagieren, dass die Kunden sich flexible Lösungen wünschen." Das gelte sowohl für Vertragslaufzeiten als auch für die Flexibilität im Fall von kurzfristigen Mieterwünschen.

Profitieren könnten von den Veränderungen, die Vasilijevic prognostiziert, unter anderem auch Standorte abseits der A-Lagen in den Städten, sagt er.

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