Schneller und günstiger bauen mit Rahmenvertrag

Serielles und modulares Bauen wie hier der Wettbewerbsentwurf von Max Bögl soll helfen, mehr und schneller bezahlbare Wohnungen zu realisieren.
Quelle: Max Bögl Modul AG, Urheber: C. Bloch

Seriell hergestellte Häuser sollen Wohnen bezahlbarer machen, weil Gebäude von der Stange billiger zu planen und zu bauen sind als Einzelobjekte. Wie das in der Praxis zu bewerkstelligen ist, sollen die Siegerentwürfe eines Wettbewerbs beweisen, die durch einen Rahmenvertrag bundesweit zur Verfügung stehen.

Ermittelt wurden die Gewinner in einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb, der auf einen Vorschlag des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen zurückgeht. In dem Gremium beraten Bund, Länder und Verbände, wie Wohnen in Deutschland für Normalverdiener erschwinglicher werden kann.

Die Idee hinter dem vor einem Jahr vom damaligen Bundesbauministerium, der Architektenkammer sowie Verbänden der Wohnungs- und Bauwirtschaft auf den Weg gebrachten Wettbewerb: Vorschläge für modulare Gebäude generieren, die modern sind, gut aussehen und architektonische Qualität bieten, aber günstig zur errichten sind.

Rund 50 Bewerbungen erhielt der federführende GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Er wählte neun Konzepte aus. Aus diesem Angebot können sich die im GdW zusammengeschlossenen Wohnungsunternehmen ab sofort wie aus einem Katalog Mehrfamilienwohnhäuser auswählen, bestellen und bauen lassen.

Ein Rahmenvertrag mit den siegreichen Bietern macht‘s möglich. Den Zuschlag bekamen Lechner Immobilien Development (Frankfurt am Main), AH Aktiv Haus (Stuttgart), Max Bögl (Neumarkt), Goldbeck Ost & Goldbeck Nordost (Ludwigsfelde), Alho Systembau (Friesenhagen im Westerwald), Solidbox (Heek im Münsterland), Arge MBN Bau und Patriarche (Georgsmarienhütte), Hullak Rannow und Züblin (Neu-Ulm) sowie Lukas Lang Building Technologies aus Wien.

Ihre Konzepte sollen Wohnneubauprojekte unkomplizierter und zeitsparend realisierbar machen. Unkomplizierter und zeitsparend, weil Ausschreibung, Planung und Vergabe teilweise während des Wettbewerbs zum Rahmenvertrag erledigt wurden. Qualitätsvoll und zugleich billiger, weil der hohe Grad der Vorfertigung und die erwartete hohe Gebäudestückzahl die Kosten in Grenzen halten werden. Davon gehen jedenfalls die Verantwortlichen des Wohnungsverbands aus.

Ihren Angaben zufolge kostet die Wohnfläche der Siegermodelle zwischen 2.000 und 3.000 Euro/m2 (ohne Grundstück). Die genannten Preise sind wie der Rahmenvertrag selbst auf fünf Jahre festgezurrt. Mit durchschnittlich 2.370 Euro/m2 lägen die Ausgaben für die vorgefertigten Modulhäuser unter den 2.444 Euro/m², die der Quadratmeter Wohnfläche 2016 in deutschen Großstädten kostete.

Die neun Entwürfe basieren auf einem Wohngebäude mit vier Vollgeschossen und 24 Einheiten. Die Wohnungen sind zwischen 45 m2 und mehr als 75 m2 groß. Sie sind damit sowohl für Singles als auch Familien attraktiv. Balkone und Laubengänge lockern die teilweise in Holz ausgeführten Fassaden auf. Sämtliche Entwürfe zeigen Flachdächer. Zusätzlich zu den Basismodellen sind Gebäudevarianten mit Aufzug und Gewerbenutzung im Erdgeschoss im Angebot. Außerdem sind die Modelle so variabel gestaltet, dass sie an unterschiedliche Grundstücksgrößen angepasst werden können. Die entwickelten

Wohnhäuser eignen sich also zum Füllen von Baulücken und für Verdichtung. Gebaut wird schlüsselfertig.

Der für Bauen und Wohnen zuständige Staatssekretär Gunter Adler (SPD) lobte das Ergebnis der Ausschreibung "als Grundstein, dem seriellen und modularen Bauen in Deutschland neuen Auftrieb zu verleihen". GdW-Präsident Axel Gedaschko sagte, der frisch unterschriebene Vertrag bilde einen "wesentlichen Baustein", Wohnen bezahlbar zu machen. Der Rahmenvertrag sei der erste Schritt. Jetzt sei es an der öffentlichen Hand, Grundstücke schneller zu vergeben. Die Länder müssten zudem endlich eine bundesweit verbindliche Typengenehmigung für das modulare Bauverfahren zulassen. "Ansonsten drohen langwierige Verfahren in den Bauämtern die innovativen Bauvorhaben auszubremsen."

Detaillierte Informationen zu den Modellgebäuden und den Konditionen für die Zusammenarbeit mit den ausgewählten Baufirmen finden interessierte Wohnungsunternehmen im Internet unter http://web.gdw.de/seriellesbauen

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