Büschl-Gruppe plant zwei Wolkenkratzer in München

Im Münchner Westen könnten zwei Hochhäuser entstehen, die das Stadtbild nachhaltig verändern würden.
Quelle: Büschl Gruppe, Urheber: Herzog & de Meuron.

In München könnten die ersten beiden Hochhäuser seit 15 Jahren entstehen, die diesen Namen auch verdienen. Die Unternehmensgruppe Büschl plant auf dem Gelände der Paketposthalle an der Friedenheimer Brücke zwei jeweils 155 m hohe Türme.

Um die denkmalgeschützte Paketposthalle im Stadtteil Neuhausen herum soll ein neues Stadtviertel entstehen. Der Münchner Projektentwickler Büschl stellte nun zusammen mit den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron der Stadtgestaltungskommission den Masterplan für die insgesamt rund 87.000 qm große Fläche vor.

Neben dem Umbau der in den sechziger Jahren gebauten Paketposthalle sehen die Pläne unter anderem zwei Wolkenkratzer mit jeweils über 150 m Höhe vor. In den beiden geschwungenen Türmen ist eine Mischnutzung von Büros, Hotels und Wohnen in obersten Etagen angedacht.

"Ich bin stolz auf mein München, wenn wir diesen mutigen Weg gemeinsam gehen. Das ist moderne, zukunftsweisende Stadtplanung, mit der wir an dieser zentralen Stelle viele Herausforderungen des urbanen Lebens lösen", verkündet Geschäftsführer Ralf Büschl.

260.000 qm Geschossfläche

Zusätzlich zu den beiden Türmen sollen sieben sogenannte Höfe entstehen. In den Gebäuden sind in den Erdgeschossen Büros, unterschiedliche gewerbliche Nutzungen wie Restaurants oder Einzelhandel und soziale Einrichtungen vorgesehen. In den oberen Etagen sollen Wohnkonzepte verwirklicht werden.

Im Januar kündigte Büschl zudem an, ein Seniorenheim integrieren zu wollen. Außerdem sollen auf dem Grundstück mehr erschwingliche Wohnungen gebaut werden, als die Stadt vorschreibt. Die gesamte Geschossfläche könnte bis zu 260.000 qm betragen.

Pakethalle als zentraler überdachter Platz

Die rund 18.000 qm große Halle soll saniert werden und dann für Kunst-, Kultur- und Sportveranstaltungen genutzt werden. Zunächst gab es Pläne, in der Halle selber Wohnungen, Büros oder sogar ein Einrichtungshaus unterzubringen. Nun soll die Halle weitgehend von Einbauten vorschont bleiben und der eigentliche, überdachte Hauptplatz des Quartiers sein.

Die in den sechziger Jahren gebaute Paketposthalle war lange Zeit die größte freitragende Halle aus Betonfertigteilen der Welt.
Quelle: Immobilen Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Das Bebauungsplanverfahren soll im Herbst 2019 starten. Die Post wird die Halle noch bis 2023 nutzen. Ab 2024 soll mit dem Bau begonnen werden.

Die Hochhausdiskussion ist neu eröffnet

Gespannt darf man nun sein, wie die Münchner auf das Projekt reagieren werden. Büschl wagt sich mit den Türmen an ein Tabu heran. Seit dem sogenannten Hochhausentscheid von 2004 werden in der Stadt keine Häuser mehr gebaut, die höher als 100 m sind. Der Bürgerentscheid hat zwar schon lange keine Gültigkeit mehr, doch die Stadt und Projektentwickler haben sich bisher daran gehalten.

Dass in der Stadt höher gebaut werden muss, darüber sind sich die Verantwortlichen einige. Dem Vernehmen nach haben auch andere Projektentwickler entsprechenden Pläne in Vorbereitung. Allerdings wollen die meisten den für diesen Sommer von der Stadt angekündigten Hochhausrahmenplan abwarten. Büschl eröffnet nun vorab die Diskussion um Hochhäuser in München erneut.

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