Anträge über 180 Mio. Euro für soziale Wohnraumförderung

Um eine "Syltifizierung" der Ostfriesischen Inseln - hier Langeoog - zu bremsen, wird Wohnraum für Insulaner mit Sondertarifen gefördert.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Die rot-schwarze Regierung in Hannover will bis 2030 rund 40.000 neue Sozialwohnungen bauen und hat ein Sonderprogramm mit 400 Mio. Euro aufgelegt. Nun sind die neuen Förderbedingungen in Kraft getreten. Der Kappungsbetrag für die Gesamtförderung ist auf bis zu 3.600 Euro/qm gestiegen - auf den Ostfriesischen Inseln auf knapp 5.000 Euro/qm.

Olaf Lies (SPD), Bau- und Umweltminister in Niedersachsen, ist zuversichtlich: "Die Investitionsbereitschaft der Wohnungswirtschaft ist da. Jetzt geben die richtigen Anreize den Startschuss für neue Bauvorhaben." Tatsächlich waren zuletzt Bauvorhaben gebremst worden, um die neuen Förderbedingungen mitnehmen zu können. So bewilligte die NBank, die Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen, im ersten Halbjahr nur 33,23 Mio. Euro Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau. 2018 waren es insgesamt 150 Mio. Euro gewesen.

Auch Ostfriesische Inseln werden gefördert

Die Novellierung der sozialen Wohnraumförderung durch die rot-schwarze Regierung in Hannover ist mit der Veröffentlichung der Richtlinien zu den Wohnraumförderprogrammen sowie den Förderbestimmungen im Niedersächsischen Ministerialblatt in der vergangenen Woche in Kraft getreten. Darauf haben Anträge mit einem Volumen von 180 Mio. Euro gewartet. Denn die Bedingungen - seit März 2018 diskutiert im Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen - haben sich teils deutlich verbessert. Neben klassischen Sozialwohnungen werden auch Wohnheime für Studierende sowie Wohnraum auf den Ostfriesischen Inseln gefördert.

Der von 2.900 Euro/qm auf bis zu 3.600 Euro/qm erhöhte Kappungsbetrag für die Gesamtförderung bildet einen Schwerpunkt der Novellierung. Für Kommunen mit Mietstufe I sind es 3.300 Euro/qm, für solche mit Mietstufe II/III sind es 3.450 Euro/qm und für Städte und Gemeinden der Mietstufen IV bis VI gelten 3.600 Euro/qm. Für die Ostfriesischen Inseln gilt der anderthalbfache Satz der Mietstufe I.

Harz günstig, Buchholz/Nordheide teurer

Für Haushalte mit geringem Einkommen liegen die geförderten Mieten in Kommunen der Mietstufe I bei 5,60 Euro/qm. Haushalte mit mittleren Einkommen zahlen 7 Euro/qm. Auf Mietstufe I sind 2017 Städte wie Bramsche (Landkreis Osnabrück), Clausthal-Zellerfeld (Harz) oder Hannoversch-Münden (Landkreis Göttingen) gesunken.

Für die Mietstufen IV bis VI werden Einstiegsmieten von 5,80 Euro/qm und 7,50 Euro/qm verlangt. Zu den teuren Standorten zählen Buchholz/Nordheide (Mietstufe VI), Buxtehude (V) oder Lüneburg (V) im Umfeld Hamburgs. Auf den teuren Ostfriesischen Inseln - auch in puncto Baulogistik - werden 7,50 Euro/qm von Geringverdienern und 9,50/qm von Haushalten mit mittleren Einkommen verlangt. Für Studierendenwohnungen gelten bis zu 10,50 Euro/qm plus 1,50 Euro/qm für möblierte Apartments.

50% der Bindung auf anderen Wohnraum übertragbar

Die Darlehen - bis zu 75% der Investitionssumme, ausnahmsweise bis zu 85% - sind bis zu 35 Jahre zinsfrei. Bei Objekten für Mieter mit niedrigem Einkommen wird ein Tilgungsnachlass von 30% (bisher 15%) gewährt. Bis zu 50% der Miet- und Belegungsbindung können bei Wohnraum für niedrige Einkommen auf anderen Wohnraum übertragen werden.

"Wir stellen fest, dass immer mehr private Investoren sich engagieren", beobachtet NBank-Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter. "Insbesondere die langen zinsfreien Laufzeiten und die Sicherheit der Mieten überzeugen."

Zurück zur Startseite