Genehmigungszahlen im Wohnungsneubau fallen um 2,3 %

Vor allem die Genehmigungen für Geschosswohnungen sind zurückgegangen. Die Einfamilienhäuser haben sich immerhin in etwa auf Vorjahresniveau gehalten.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Alle reden von mehr Wohnungsbau, aber die Realität sieht anders aus: Die Anzahl der bundesweiten Baugenehmigungen für Wohnungen ist von Januar bis Juni 2019 gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zurückgegangen.

Der dringend benötigte Wohnungsneubau kommt in Deutschland einfach nicht voran. Im 1. Halbjahr 2019 wurde der Bau von 164.600 Wohnungen genehmigt, gibt das Statistische Bundesamt (Destatis) bekannt. Das waren 2,3% weniger als im 1. Halbjahr 2018. Berücksichtigt werden neue Gebäude sowie der Ausbau von bestehenden. In der Statistik sank die Anzahl der Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser um 3,2% auf 83.398 Einheiten. Die Werte für Einfamilienhäuser sind annähernd gleich geblieben (-0,1%).

Verbände gehen mit der Politik ins Gericht

Der GdW Bundesverband spricht von einem "Alarmsignal", die Lösungen wie Baubeschleunigung durch Vereinfachungen und eine bessere Bodenpolitik lägen auf der Hand, würden aber nicht umgesetzt. Der Hauptverband der Bauindustrie ist "enttäuscht" und macht die Debatten um Mietendeckel und Enteignung verantwortlich.

Der Maklerverband IVD ist besonders irritiert, dass die Einfamilienhaus-Zahlen stagnieren. Hier gebe es einen seit 2012 aufgelaufen Bedarf von 400.000 Einheiten. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Aussschusses (ZIA), hofft auf neue Anstrengungen in der zweiten Jahreshälfte, sonst könnte das Ziel der Bundesregierung (1,5 Mio. neue Wohnungen bis Ende 2021) niemals erreicht werden.

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