Qualitätsmängel bei Großprojekten kosten Milliarden

Immer größer und komplexer werdende Bauprojekte verursachen immer höhere Schäden, wenn Pannen passieren. Weitere Risikofaktoren sind Zeit, Internationalität, politische Unwägbarkeiten und Handelsstreitigkeiten. Das ergab eine Analyse des Versicherungskonzerns Allianz.

Untersucht wurden weltweit rund 13.600 Fälle (Zeitaum: 2013 bis 2018) bei Großprojekten wie Flughäfen, Kraftwerken und Hochhäusern, die bei der Gesellschaft versichert waren. Gut 2.500 Fälle ereigneten sich in Deutschland.

Baustellen würden umfangreicher, dauerten länger - das treibt das Schadenspotenzial in die Höhe und damit die Versicherungssumme, stellte die Allianz fest. Schäden in dreistelliger Millionenhöhe kommen häufiger vor. Mit etwa 1,25 Mrd. Euro werde die Überschwemmung beim Bau des Hidroituango-Wasserkraftdamms in Kolumbien 2018 einer der teuersten Schäden im Bereich von Bau- und Ingenieurleistungen überhaupt sein.

Defekte Produkte und schlechte Qualitätskontrollen verursachen international betrachtet die meisten Schäden. Bei der Schadenssumme liegen mit insgesamt 2,1 Mrd. Euro Feuer und Explosionen vorne. In Deutschland stehen sowohl bei der Zahl als auch bei der Höhe der Schäden Qualitätsmängel auf Platz eins. Als ein Beispiel nennt die Analyse Fehler bei Schweißarbeiten. Entschädigungen für verspätete Inbetriebnahme infolge von Sachschäden kosten die Versicherungen bis zu 2 Mio. Euro - pro Tag.

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