Berlin: Giffey eröffnet Box Seven

Die Bäumchen sind gepflanzt, Wege gepflastert und der Rasen gesät. Das Quartier Box Seven ist fix und fertig.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter

Hoher Besuch schaute vorbei, als das 260 Mio. Euro teure Stadtquartier Box Seven mit 616 Wohnungen, Park, Kindergarten, Café sowie Büros und Läden jetzt mit einem Fest seiner Bestimmung übergeben wurde.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) gratulierte zur offiziellen Eröffnung. Sie freue sich "über die neue Kita und darüber, dass ein Wohnquartier geschaffen wurde, an dem ein frohes und familienfreundliches Zusammenleben möglich" sei.

Seit 2016 hat der Berliner Entwickler auf dem 26.000 qm großen sogenannten Freudenberg-Areal im Stadtteil Friedrichshain insgesamt 616 Wohnungen errichtet - davon 424 Wohnungen als Mieteinheiten. Die kommunale Wohnungsgesellschaft Howoge hat davon 125 Wohnungen für 2.350 Euro/qm erworben. 90 der Wohnungen werden vom Land Berlin subventioniert und zu 6,50 Euro/qm vermietet. Auf jede der Wohnungen kamen 15 Bewerber.

Auch die übrigen kommunalen Quartiere für im Schnitt 11 Euro/qm sind vermietet. Die Bauteile mit den frei finanzierten Mietwohnungen sicherte sich der Bestandshalter Patrizia aus Augsburg und Aachener Grundvermögen. Angeboten wurden die Wohnungen laut Leibfried für 12 bis 15 Euro/qm. Auch sie sind alle vermietet. Die Eigentumswohnungen im Box Seven kosten ab 5.547 Euro/qm. Pünktlich zur Eröffnung ist nur noch eine zu haben.

Neben den Wohnungen entstand ein 6.700 qm großer Park, ein Kindergarten mit 100 Plätzen, ein Café sowie 10.000 qm Büro- und Ladenfläche. Die Geschäfte haben der Discounter Penny und der Bioprodukteanbieter denn's gemietet.

Unselige Vergangenheit

Gekauft hatte Bauwert das ehemalige Fabrikgelände im Karree zwischen Boxhagener Straße, Weserstraße, der Neuen Bahnhofstraße und Holteistraße vor acht Jahren. Das Box Seven sei das erste gemeinsame Bauvorhaben eines privaten Bauträgers und einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Berlin gewesen, erinnert Bauwert-Vorstand Jürgen Leibfried. "Der Friedrichshainer Süd-Kiez ist eines der heute am dichtesten bebauten Gebiete Berlins" hieß es in Gegenwart des Gastes aus der Bundespolitik - allerdings ein Stück Berliner Boden mit unseliger Geschichte. Der Industriepionier Siegfried Hirschmann gründete hier 1896 die Deutsche Kabelwerke AG. Zu Beginn der Naziherrschaft wurde er verhaftet und 1934 wegen angeblicher Bilanzfälschung verurteilt. 1939 gelang die Emigration nach Guatemala. An das Schicksal erinnern soll eine Stele im neuen Park.

Keine Rolle mehr spielt der einst erbitterte Widerstand gegen die Bebauung des Grundstücks im unbequemen Kiez Friedrichshain-Kreuzberg. Gentrifizierung wurde dem Entwickler vorgeworfen, lange wurde um eine Baugenehmigung an vielen runden Tischen gerungen.

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