4.200 Euro Familieneinkommen zum Wohnen in Frankfurt nötig

In teuren Stadtteilen Frankfurts überstiegen die Sptzenmieten für Wohnungen die Marke von 40 Euro/qm.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Eine dreiköpfige Familie muss in Frankfurt über ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 4.200 Euro im Monat verfügen, um sich eine durchschnittliche, für sie passende Mietwohnung leisten zu können. Singles müssen 2.000 Euro nach Hause bringen.

Diese Zahlen gehen aus Berechnungen des Maklerhauses ImmoConcept hervor. Die Marktbeobachter nehmen an, dass Ausgaben von 30% des Nettoeinkommens für das Wohnen akzeptabel sind, und hatten für die Familie 90 qm Wohnraum, für den Single 40 qm sowie Nebenkosten in Höhe von 3 Euro/qm angenommen. Ins Verhältnis zu den Mieten gesetzt, die ImmobilienScout24 für 42 Frankfurter Stadtteile angibt, kamen diese Einkommenssummen heraus. Für besonders teure Stadtteile wie das Westend müssen Familien sogar auf 6.000 Euro netto im Monat kommen, Singles auf 3.000.

Bestandswohnungen können demnach in günstigen Stadtteilen wie Fechenheim, Harheim, Sindlingen und Frankfurter Berg im Durchschnitt für 11 Euro/qm gemietet werden, Neubauobjekte für 14 Euro/qm. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen bewegten sich dort zwischen 4.000 und 5.000 Euro/qm. In teuren Stadtteilen wie dem Westend oder der Altstadt wurden im Bestand durchschnittlich 17 Euro/qm gefordert, in Neubauten gut 20 Euro/qm, wobei die Spitzenmieten für Wohnungen in der Altstadt die Marke von 40 Euro/qm überstiegen. Die durchschittlichen Kaufpreise in Westend und Altstadt übersteigen 10.000 Euro.

Ehemals günstige Stadtteile ziehen nach

"Der Preisanstieg hat zwar seit 2015 marginal an Speed verloren, ein Ende der Entwicklung oder der kurz- bis mittelfristigen Nachfragesituation ist aber nicht in Sicht", sagt Bernd Lorenz, Geschäftsführer von ImmoConcept, angesichts einer gesamtstädtischen Steigerung der Durchschnittsmiete um 44,6% in den vergangenen zehn Jahren und der Wohnungskaufpreise um 130% im gleichen Zeitraum. Dabei seien Aufholeffekte mit besonders hohen Steigerungen in einstmals sehr günstigen Lagen festzustellen, beispielsweise im Riederwald mit um 85% höheren Mieten und fast um 700% höheren Kaufpreisen. Ähnlich sehe es im Umland aus, beispielsweise in Offenbach mit einem Plus der Mieten von 48% und der Kaufpreise von 118% innerhalb von zehn Jahren.

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