Stopp für Gewerbeflächen in Regensburg gefordert

Die Regensburger ÖDP nimmt sich ihre Münchner Parteikollegen zum Vorbild und will die Ausweisung von Gewerbeflächen in der Stadt stoppen. Einen entsprechenden Antrag für ein Moratorium zur Gewerbeflächenausweisung wurde im Planungsausschuss des Stadtrats diskutiert und von den anderen Parteien abgelehnt. Mit dem Stopp soll der Regensburger Wohnungsmarkt entlastet werden.

Erlaubt werden sollen nach dem Antrag, der bereits im Bauausschuss der Stadt diskutiert wurde, nur noch mehrgeschossige Gewerbebauten. Ausgenommen sind Nahversorger und kleinteiliges Gewerbe wie Handwerk und kleine Unternehmen, wie sie in Wohngebieten heute zulässig sind.

Arbeitsplätze locken Arbeitskräfte an

„Die aktuelle Wohnungsknappheit in Regensburg ist ganz wesentlich das Resultat eines Überangebots von Gewerbeflächen und damit Arbeitsplätzen“, so die ÖPD. Um die Zahl der Arbeitsplätze mit den Wohnungen ins Gleichgewicht zu bringen, dürften keine zusätzlichen Büroflächen und Gewerbegebiete mehr über das bereits vorhandene Baurecht hinaus ausgewiesen werden. Zusätzliche Arbeitsplätze würden vor allem Arbeitsuchende von außerhalb nach Regensburg locken.

„Jeder derzeitige Versuch, die wirklich drastische Wohnungsnot in Regensburg zu lindern, wird durch die weitere Ausweisung von Gewerbeflächen torpediert", begründet der ÖDP-Fraktionsvorsitzende Benedikt Suttner den Antrag. Erst wenn anhand von noch auszuarbeitenden Kriterien belegt werden könne, dass sich der Wohnungsmarkt merklich entspannt habe, solle über eine Aufhebung des Moratoriums entschieden werden.

Angespannter Wohnungsmarkt

Nach der Mietpreisbremsverordnung gilt Regensburg als angespannter Wohnungsmarkt. Der aktuelle CityReport Regensburg des IVD Marktforschungsinstituts sieht die Kaufpreise für eine neue Wohnung in der Stadt derzeit im Schnitt bei 4.500 Euro/qm. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen im Bestand liegt bei 3.600 Euro/qm. Eigentumswohnungen haben sich damit in den vergangenen fünf Jahren um 36% verteuert. Die Mieten sind in diesem Zeitraum um 12% gestiegen. Für Altbauwohnungen werden in Regensburg laut IVD Mieten von 11 Euro/qm, für Bestandswohnungen 10,50 Euro/qm und für Neubauwohnungen 12,50 Euro/qm aufgerufen. Generell sei die Nachfrage sehr hoch und das Angebot äußerst gering.

Vorbild München

In München ist ein Bündnis aus Freien Wählern, ÖDP und anderen Gruppierungen bereits dabei, ein Bürgerbegehren zu initiieren, das sich ebenfalls gegen neue Gewerbegebiete in der Stadt richtet. Die Initiativen begründen den Stopp damit, dass mehr Gewerbe immer mehr Menschen in die jeweilige Stadt locken und damit die Wohnungssituation weiter verschärfen würde.

Ein Bürgerbegehren wie in München sei in Regensburg derzeit aber noch nicht in Planung, sagt ein ÖDP-Sprecher auf Nachfrage. Ausschließen wollte er einen solchen Schritt aber nicht. Vielmehr habe man das Thema vor der Kommunalwahl im kommenden März auf die politische Tagesordnung setzen wollen, um die Diskussion anzustoßen.

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