Hamburger Mieten steigen langsamer als die Verbraucherpreise

In Hamburg sind die mietenspiegelrelevanten Mieten zuletzt weniger stark gestiegen, auch die Fluktuation ist gesunken.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Nach dem heute vorgestellten Hamburger Mietenspiegel 2019 sind die Mieten in der Hansestadt seit 2017 um 2,6% auf 8,66 Euro/qm gestiegen. Damit hat sich der Anstieg im Vergleich mit dem Zeitraum 2015 bis 2017 halbiert und liegt unterhalb der Verbraucherpreisentwicklung.

"Der Anstieg der durchschnittlichen Nettokaltmiete hat sich halbiert. Das ist eine gute Nachricht für alle Hamburgerinnen und Hamburger und ist im bundesweiten Städtevergleich ein sehr guter Wert." Dorothee Stapelfeldt (SPD), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, stellte heute sichtlich zufrieden den zweijährlich aktualisierten Mietenspiegel für Hamburg vor.

Mittelwert des Mietenspiegels liegt bei 8,66 Euro/qm

Eingeflossen sind Mieterhöhungen sowie Neuvermietungen der vergangenen vier Jahre. Danach sind zwischen April 2017 und April 2019 die Mieten um 2,6% oder 0,22 Euro/qm auf 8,66 Euro/qm gestiegen. Von 2015 auf 2017 war noch ein Anstieg um 5,2% erfasst worden. Mit 2,6% liegt der Mietenanstieg zudem unter dem Anstieg des Verbraucherpreisindex von 3,3% im gleichen Zeitraum.

Im Vergleich mit anderen deutschen Metropolen schneidet Hamburg beim Mietenanstieg gut ab. So sind die Mieten in München um 4,1% auf 11,69 Euro/qm gestiegen, in Stuttgart um 7,3% auf 9,60 Euro/qm, in Frankfurt um 6,1% auf 9,36 Euro/qm und in Berlin um 5,2% auf 6,72 Euro/qm.

Fluktuationsquote sinkt auf 8%

Die Senatorin verwies auf die "konsequente Wohnungsbaupolitik seit 2011" sowie die Kooperation im ebenfalls 2011 geknüpften Bündnis für das Wohnen zwischen Senat, Bezirken und Wohnungswirtschaft. Nach den neuen Zahlen liegen 56% aller Mieten unter der Marke von 7,50 Euro/qm und 70% unter 8,50 Euro/qm.

Relevant ist der Mietenspiegel für 550.000 der insgesamt 956.500 Hamburger Wohnungen. 31,7% der hierfür erhobenen Mieten waren Neuvertragsmieten. Die Fluktuationsquote lag 2017 bis 2019 bei 8%. Im Mietenspiegel 2017 waren es noch 11%.

Auch Andreas Breitner, Direktor des VNW, sieht die Wohnungspolitik der letzten Jahre bestätigt. "Die Botschaft des Mietspiegels kann deshalb nur lauten: Weiter so! Auch künftig müssen jährlich 10.000 Wohnungen gebaut werden. Der Mietenspiegel erteilt allen Vorschlägen, den Bau bezahlbarer Wohnungen zu reduzieren, eine eindeutige Absage."

Mehr Baugenehmigungen als im Vorjahr

Bei den Baugenehmigungen wird nach Zahlen der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) auch 2019 wieder ein fünfstelliges Ergebnis erreicht. In den ersten drei Quartalen wurden 9.327 Baugenehmigungen erreicht - 1.141 mehr als zum Vergleichszeitpunkt 2018.

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