Büroflächenmarkt Hamburg bleibt unterversorgt

Xing wird 2021 das bisherige Unilever-Haus in der Hafencity beziehen - das dann als Xing-Haus firmiert?
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Im kürzlich zu Ende gegangenen Jahr 2019 wurden in Hamburg 544.000 qm Bürofläche umgesetzt. Etwas weniger als 2018, etwas mehr als im Zehnjahresdurchschnitt. Ebenfalls nicht neu ist die Klage über das mangelnde Flächenangebot und die damit verpassten Vermietungschancen.

Mit einem Büroflächenumsatz von 544.000 qm liegt der Hamburger Markt nach Zahlen von Angermann 2% über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre und 6% unter dem Ergebnis des vergangenen Jahres. Dennis Riepenhausen, Direktor bei Angermann Real Estate Advisory, hadert jedoch mit dem knappen Flächenangebot und den verpassten Vermietungschancen. "Wenn sie könnten, wie sie wollten, hätten Hamburgs Büromieter 2019 deutlich mehr Flächen angemietet. Leider steht der ungebrochen hohen Anzahl an Anmietungswünschen ein immer geringer werdendes Büroflächenangebot entgegen."

Leerstand sinkt auf 2,8%

So hat Angermann für das vierte Quartal keine Jahresendrallye dokumentiert, sondern mit 99.000 qm das schwächste Resultat für 2019. Riepenhausen verweist auf den von Ende 2018 auf Ende 2019 von 493.000 qm auf 380.000 qm zurückgegangenen Leerstand. Die Leerstandsquote sank von 3,6% auf 2,8%. "Eine exakte Prognose für 2020 fällt aufgrund des Missverhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage schwer", berichtet der Makler. "Ein Gesamtjahresumsatz von über 500.000 qm ist aber realistisch." Das sind mehr als 130% des aktuellen Leerstands.

Quelle: Angermann Real Estate Advisory

Im zweiten Halbjahr gab es keine Anmietungen über 10.000 qm. So ist in diesem Zeitraum die Anmietung von 8.175 qm durch den Ökoenergiedienstleister Lichtblick im Becken-Projekt Connexion am Klostertor 1 der größte Abschluss. Die Top-Drei-Abschlüsse wurden sämtlich bereits im ersten Quartal vermeldet.

Otto vor Xing

Für den größten Umsatz des Jahres 2019 sorgte die Otto Group durch den Baubeginn von 40.000 selbstgenutzten Quadratmetern im Projekt Otto Goeast in der Werner-Otto-Straße 1-7 im Stadtteil Bramfeld. Größte Anmietung war mit 22.000 qm die des bisherigen Unilever-Hauses am Strandkai 1 in der Hafencity durch die Jobplattform Xing. Größte Anmietung in einer Projektentwicklung war mit 17.500 qm die Entscheidung des Energieversorgers Vattenfall für das Edge ElbSide im Elbbrückenquartier der Hafencity.

Der Vertrag über 17.600 qm für den kurz vor Weihnachten gemeldeten Umzug der Staatsanwaltschaft Hamburg in das Michaelisquartier an der Ludwig-Erhard-Straße 11-17 in der Hamburger Altstadt ist offensichtlich noch nicht unterschrieben.

Bei den Teilmärkten liegt nach Angermann-Zahlen die City (124.700 qm) vor der Hafencity (74.700 qm) und der City Süd (66.200 qm). Bei den Branchen liegen IT und Multimedia (122.600 qm) vor der öffentlichen Hand (57.200 qm).

Spitzenmiete soll 2020 steigen

Für 2020 erwartet Riepenhausen eine höhere Spitzenmiete, die im zweiten Halbjahr 2019 bei 29 Euro/qm stagniert habe - wie die Durchschnittsmiete bei 17,20 Euro/qm. Angesichts der Flächenknappheit würden viele Mieter anstreben, ihre bestehenden Verträge zu verlängern. "Ideal ist in diesem Fall natürlich, wenn eine einseitige Verlängerungsoption genutzt werden kann."

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