Augsburger Liberale fordern Nachverdichtungsoffensive

Bezahlbarer Wohnraum steht auch in Bayerns drittgrößter Stadt Augsburg im aufziehenden Kommunalwahlkampf im Mittelpunkt. Während sich SPD und CSU vor Weihnachten per Pressemitteilungen gegenseitig Versagen in der Wohnungspolitik vorwarfen, fordern die Freien Demokraten eine kommunale Nachverdichtungsoffensive.

Die Augsburger FDP will ältere Bebauungspläne überarbeiten und einen eigenen Nachverdichtungsplan schaffen, damit Haus- und Grundstückseigentümer zusätzlichen Wohnraum im Bestand bauen und Baulücken schließen können. Durch Nachverdichtung könnten so in Augsburg in den kommenden drei Jahren 1.200 bis 1.700 Wohnungen entstehen, rechnet die FDP vor.

"Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass Augsburg in den letzten 15 Jahren um 40.000 Einwohner gewachsen ist und bis 2035 noch einmal um 40.000 Menschen wachsen soll. Damit diese Menschen irgendwo wohnen können, müssen wir bauen, bauen, bauen", erklärt Lars Vollmar, FDP-Kandidat für den Posten des Oberbürgermeisters bei den Kommunalwahlen.

Veraltete B-Pläne nachbessern

Nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft gibt es in Augsburg einen Bedarf von fast 1.800 Wohnungen pro Jahr. Fertiggestellt würden jährlich aber nur knapp 1.240. Augsburg sei damit auch für Menschen mit mittlerem Einkommen kaum noch bezahlbar, so Vollmar.

"Die Hauseigentümer haben ein starkes Interesse, in ihren Häusern mehr Wohnraum zu schaffen, den sie vermieten können. Nur: sie dürfen es häufig schlichtweg nicht", findet Vollmer.

In alten Bebauungsplänen sei das Maß der baulichen Nutzung oft sehr restriktiv festschreiben. Die FDP fordert, dass in solchen Gebieten die Geschoss- und Grundflächenzahl auf die zulässige Höchstgrenze angehoben wird. Für Stadtteile ohne Bebauungsplan soll ein extra erstellter Nachverdichtungsplan die jeweils übliche Art und die Maße der baulichen Nutzung festlegen. "Hauseigentümer hätten dann Rechtssicherheit und könnten ohne langwierige bürokratische Antragsprozesse abschätzen, ob sich eine Aufstockung oder ein Anbau lohnt", erklärt Vollmer.

Mehr Urbane Gebiete gefordert

Außerdem fordert die FDP die Umwidmung innenstadtnaher Gewerbegebiete in urbane Gebiete. So könnten etwa Flächen, die derzeit für Einzelhandelsbetriebe reserviert seien, um Wohnungen ergänzt werden.

Zurück zur Startseite