Hessischer Awo-Skandal bekommt Immobilien-Komponente

Die Affäre um die hessische Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrifft nun offenbar auch zwei Pflegeimmobilien. Seit November 2019 steht die Awo im Rhein-Main-Gebiet in der Kritik. Auslöser waren damals bekannt gewordene hohe Bezüge und ein Dienstwagen für die bei der Awo beschäftigte Ehefrau des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann. In den folgenden Wochen kamen weitere fragwürdige Praktiken des Sozialverbands insbesondere in Frankfurt und Wiesbaden ans Licht. Vorgeworfen werden der Awo überhöhte Gehälter und unangemessen teure Dienstwagen für leitende Mitarbeiter, personelle Verflechtungen zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen in verschiedenen Awo-Strukturen sowie überteuerte Rechnungen für den Betrieb von Flüchtlingsunterkünften zu Lasten der Stadt Frankfurt.

Neu ins Gespräch gekommen sind jetzt Verkäufe von zwei Pflegeheimen im Awo-Bezirk Hessen-Süd. Medienberichten zufolge wurden das Heinz-Ulm-Haus in Langgöns mit 80 Pflegeplätzen und das Sozialzentrum Bruchköbel mit 88 Plätzen von der Awo im Rahmen eines Sale-and-Leaseback-Deals an private Gesellschaften veräußert, in denen ein Generalbevollmächtigter der Awo beteiligt war. Solche Insichgeschäfte seien nach den Regeln der Awo nicht zulässig. Mehrere Medien berichten, dass außerdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt in dieser Sache aktiv geworden sei, wozu diese selbst sich aber nicht äußert. Am heutigen Dienstag ließ die Staatsanwaltschaft Frankfurt 14 Objekte im Zusammenhang mit der Awo durchsuchen. Diese Razzia steht aber offenbar im Zusammenhang mit den älteren Vorwürfen und nicht mit den Verkäufen der Pflegeheime.

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