BaFin lockert Kapitaldienstregeln für Banken

Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat ihre Kapitaldienstregeln für die Kreditinstitute gelockert. So ist beispielsweise ein Schuldner nicht sofort zwingend als ausgefallen einzustufen, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen durch die Auswirkungen des Coronavirus gestundet werden. Bei der möglicherweise notwendigen Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse bei Kreditgewährung (§ 18 Kreditwesengesetz) könne notfalls auch der Jahresabschluss 2018 angewandt werden, wenn jener aus 2019 noch nicht vorliege.

Darüber hinaus rät die Bankenaufsicht, die Übergangsregeln zum Rechnungslegungsstandard IFRS 9 zu verwenden. Konkret erlaubt diese Übergangsregel über einen Zeitraum von fünf Jahren - ausgehend von 2018, einen Teil der bilanziellen Wertberichtigungen, die aufgrund des erwarteten Kreditverlustansatzes zusätzlich anfallen, als hartes Kernkapital anzurechnen.

„Wir empfehlen den Banken, dass sie ihre Mittelfristbetrachtung stärken“, sagt BaFin-Exekutivdirektor Raimund Röseler. Bei durch den Virus ausgelösten Zahlungsverzügen sollten die Beteiligten eine ganzheitliche Perspektive einnehmen, die auch die staatlichen Maßnahmen zur Milderung der wirtschaftlichen Folgerungen berücksichtige.

Zurück zur Startseite